Darum gehts
- An der Hallen-WM in China holt Mujinga Kambundji Gold
- Nach dem Titel spricht sie über Selbstvertrauen, das sie tankt
- Welcher Rekord und welche Revanche ihr dabei gelungen ist
Das ist mal eine Revanche. Zwei Wochen nach dem zweiten Platz an der EM in Holland dreht Mujinga Kambundji (32) den Spiess um. Da wurde sie als Titelverteidigerin von der Italienerin Zaynab Dosso (25) entthront. Nun schlägt die Bernerin auf der Weltbühne zurück. Vor Dosso wird Kambundji in China neue Hallen-Weltmeisterin. Der Triumph über 60 Meter ist ihre elfte (!) Medaille auf internationaler Bühne.
In der Liste der erfolgreichsten Schweizer an Hallen-Weltmeisterschaften lag Kambundji zuvor hinter Werner Günthör (63) und seit letztem März auch hinter Simon Ehammer (25). Der Kugelstösser und Siebenkämpfer holten je einmal Gold und Silber. Nun setzt sich Kambundji an die Spitze: Gold in China 2025 und Belgrad 2022, Bronze in Birmingham 2018.
Ihr überraschendes Rezept führt zum Erfolg
Und trotzdem: Auch die medaillenverwöhnte Kambundji braucht immer wieder Bestätigung. Nach dem Triumph in China meint sie: «Das gibt Selbstvertrauen für den Sommer. Es zeigt, dass wir es schon gut machen. Wir machen nicht immer alles gleich, aber manchmal gibt es andere Wege, die auch zu Gold führen.»
Alle Angaben in Schweizer Zeit.
Sonntag, 23. März
3.19 Uhr: Weit, Final Frauen (Kälin)
12.40 Uhr: Weit, Final Männer (Ehammer)
13.54 Uhr: 800 m, Final Frauen (Werro)
13.57 Uhr: 60 m Hürden, Final Frauen (evtl. D. Kambundji)
TV: SRF info ab 12.30 Uhr.
Alle Angaben in Schweizer Zeit.
Sonntag, 23. März
3.19 Uhr: Weit, Final Frauen (Kälin)
12.40 Uhr: Weit, Final Männer (Ehammer)
13.54 Uhr: 800 m, Final Frauen (Werro)
13.57 Uhr: 60 m Hürden, Final Frauen (evtl. D. Kambundji)
TV: SRF info ab 12.30 Uhr.
Was sie wohl meint? Es sei nicht mehr so, wie früher, sagte die 32-Jährige anfangs Jahr zu Blick. Auch das Wintertraining war wieder neu. Sie brauche mehr Erholung, dafür im Gegenzug aber weniger Training, um auf das gleiche Level zu kommen. Damit ist sie eine Mutmacherin für alle Athleten, die Angst davor haben, älter zu werden. Nach dem erneuten WM-Titel in hohem Sprint-Alter erst recht.
Als Belohnung eine Reise in die Weltmetropole
Der Weg zum WM-Titel ist ein krasser Steigerungslauf bei den drei Rennen am selben Tag. Im Vorlauf am Morgen ist Kambundji noch Sechstschnellste in 7,20 Sekunden. Im Halbfinal muss sie sogar ganz kurz zittern, weil es zum Tausendstel-Krimi kommt. Hinter der späteren Bronze-Gewinnerin Patrizia van der Weken (25, Lux) läuft sie in 7,12 s ins Ziel, wie die drittplatzierte Zoe Hobbs (27). Nur zwei kommen definitiv in den Final. Der Computer rechnet anhand des Zielbilds aus: 7,119 Sekunden für Kambundji, 7,120 für die Neuseeländerin. Diese kommt über die Zeit doch noch in den Final, wo sie wie alle anderen Athletinnen gegen die Schweizerin dann keine Chance mehr hat. Kambundji legt im entscheidenden Moment eine Schippe darauf und läuft 7,04 s.
Jetzt gibts endlich Erholung für Kambundji, zuerst in China. «Ich freue mich, nach der WM für zwei Tage nach Schanghai zu gehen. Nachher habe ich noch ein paar Tage Ferien ohne Training und Termine. Dann gehts Schlag auf Schlag wieder los für die Sommersaison.» Mit dem aufgefrischten Selbstvertrauen einer Weltmeisterin.
Die Hallen-WM in China in der Millionenstadt Nanjing vom 21. bis 23. März ist ein Überbleibsel aus der Corona-Zeit. Sie hätte ursprünglich 2020 stattfinden sollen, wurde aber mehrmals verschoben. Im vierten Anlauf klappts nun.
Sie findet nur zwei Wochen nach der Hallen-EM in Apeldoorn (Ho) statt, die im normalen Zyklus stattgefunden hat. Für die Schweiz war es mit zwei Gold- und drei Silbermedaillen die erfolgreichste Hallen-EM der Geschichte.
Die Hallen-WM in China in der Millionenstadt Nanjing vom 21. bis 23. März ist ein Überbleibsel aus der Corona-Zeit. Sie hätte ursprünglich 2020 stattfinden sollen, wurde aber mehrmals verschoben. Im vierten Anlauf klappts nun.
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