Wenn Jakub Kovar (33) auf seinen jüngeren Bruder Jan (32) trifft, zieht der Goalie der ZSC Lions meist den Kürzeren. So auch in den bisherigen beiden Duellen in der Schweiz. Das erste gewann Zug zu Beginn des Jahres vor den Augen von Mutter Jitra und Vater Milan im Hallenstadion (1:0 n.V.). Das zweite ging dann gar deutlich an den EVZ (5:2).
In Tschechien und Russland sei Jan meist im besseren Team gewesen. Jetzt rechnet sich Goalie Jakub, der mit Schonern in unterschiedlicher Farbe und ZSC-Logo für Aufsehen sorgte, bessere Chancen aus.
Mit seinen Paraden im Viertelfinal gegen Biel hatte er den Zürchern überhaupt die Chance gegeben, in Fahrt zu kommen. Im Halbfinal gegen Fribourg fehlte er dann in den ersten drei Spielen krankheitshalber. Und weil sein Vertreter Ludovic Waeber seinen Job gut machte, war mancher erstaunt, dass Kovar am Donnerstag ins Tor zurückkehrte. «Es kann ziemlich einschüchternd sein, gegen einen Goalie wie ihn zu spielen», so Trainer Rikard Grönborg.
Eine tolle Geste von Jakub Kovar
Kovar sah dabei beim ersten Gegentor nicht gut aus, fand dann aber den Tritt wieder. Heldentaten wie gegen Biel waren nicht mehr gefragt. Seine Vorderleute haben sich inzwischen gesteigert. Der Meister aus Zug dürfte den ZSC aber noch einmal vor grössere Probleme stellen.
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Der Goalie, der nächste Saison aus familiären Gründen in seine Heimat zu Sparta Prag zurückkehren wird, hat sich in den vier Monaten, in denen er in Zürich ist, bestens integriert. So fuhr der Tscheche nach dem 6:2 vier Minuten vor Ende zur Bank und fragte Grönborg, ob er sich auswechseln lassen dürfe. «Er wollte, dass Ludo die Serie, die er begonnen hatte, beenden kann. Eine tolle Geste», erzählte der ZSC-Coach. So durfte Waeber auch noch aufs Eis und umarmte Kovar nach dem Spiel innig.
Erst Jan Kovar weiss, wie man Titel holt
Wie man Meister wird, weiss von den Kovar-Brüdern allerdings nur Jan. Er konnte den Titel mit Pilsen, Magnitogorsk und im letzten Frühling, als er zum MVP gekürt wurde, mit Zug holen.
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Und der Center war es auch, der den EVZ-Finaleinzug besiegelte, als er schon nach 45 Sekunden der Overtime das 2:1 gegen Davos schoss.
Kovar, der Jüngere, will seine Mitspieler besser machen. Nachdem er diese Saison das Captain-Amt übernommen hatte, entstand zeitweise der Eindruck, dass er sich zu sehr darauf fokussiert und er selbst zu kurz kommt. Nach harzigem Saisonstart hat er aber immer besser in die Spur gefunden.
Dass die Zuger ungeschlagen in den Final gekommen sind, macht den Captain stolz. Doch er betont, dass die Serien gegen Lugano und Davos enger gewesen seien, als es die Endresultate vermuten lassen. «Ich bin beeindruckt davon, wie hart die Davoser gekämpft haben», sagt er. Mit Widerstand muss er auch bei den Lions und seinem Bruder rechnen, gegen den er weder in Tschechien, Russland oder der Schweiz in der ersten Saison getroffen hat.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
---|---|---|---|---|---|
1 | Lausanne HC | 20 | 12 | 40 | |
2 | ZSC Lions | 18 | 20 | 39 | |
3 | HC Davos | 19 | 21 | 38 | |
4 | SC Bern | 20 | 15 | 33 | |
5 | EHC Biel | 19 | 4 | 32 | |
6 | EV Zug | 19 | 11 | 29 | |
7 | EHC Kloten | 19 | -2 | 28 | |
8 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 19 | -8 | 26 | |
9 | HC Ambri-Piotta | 18 | -10 | 24 | |
10 | HC Lugano | 17 | -13 | 22 | |
11 | HC Fribourg-Gottéron | 19 | -11 | 22 | |
12 | Genève-Servette HC | 16 | -2 | 21 | |
13 | SCL Tigers | 17 | -3 | 21 | |
14 | HC Ajoie | 18 | -34 | 12 |