«Die Orangerie ist ein Ort für eine Auszeit»
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Swingerclub in Wängi TG:«Die Orangerie ist ein Ort für eine Auszeit»

Swinger-Staatsanwalt angefeindet – Swinger-Königin Verena Hug (58) findet
«Schade, dass ihm seine Sexualität zum Verhängnis wird»

Ein Staatsanwalt und seine Ehefrau bewegen sich in der Schweizer Swinger-Szene und werden nun dafür angefeindet. Swinger-Königin Verena Hug (58) ist seit fast 30 Jahren in der Szene und weiss, warum Swinger verurteilt werden und wie sich die Szene verwandelt hat.
Publiziert: 27.03.2025 um 00:01 Uhr
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Aktualisiert: 27.03.2025 um 20:46 Uhr
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Seit rund 28 Jahren in der Szene: Swinger-Königin Verena Hug (57).
Foto: Lea Ernst
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Qendresa LlugiqiReporterin News

4200 Quadratmeter auf 3 Etagen und bis zu 250 Gäste pro Abend: Am Thurgauer Swinger-Club Orangerie von Verena Hug (58) sieht man, wie verbreitet das Swingen in der Schweiz ist. Der Sex mit wechselnden Partnern, oft auch vor den Augen anderer Swinger, war lange verpönt und ist es bei manchen noch immer. Trotzdem existieren etwa 10 Clubs in der Schweiz. Der grösste Teil dürfte wohl über Online-Plattformen zueinanderfinden.

Club-Chefin Verena Hug ist seit bereits seit 28 Jahren in der Szene – zusammen mit ihrem Ehemann. Dass das Dasein als Swinger heute missbraucht wird, um jemandem zu schaden, wie im Fall des Schweizer Staatsanwalts, macht sie ratlos: «Er ist ein armer Typ! So schade, dass ihm seine legal ausgelebte Sexualität zum Verhängnis wird.»

«Es gibt weit Schlimmeres»

Sowieso verstehe sie nicht, warum die Swinger-Szene von manchen Menschen so tabuisiert werde. Hug: «Dabei machen wir alle freiwillig mit und Swingen ist legal.» Vom Schmuddel-Image will sich die 58-Jährige distanzieren.

Die Szene in der Schweiz habe sich extrem gemacht. Gerade in den Clubs sei das gut zu beobachten: «Unsere Gäste sind jünger geworden und auch weiblicher.» Ausserdem habe das Drumherum an Bedeutung gewonnen, so Hug: «Der Service, die Gastronomie – wir bieten hier einiges an. Zudem achten wir auf Sauberkeit und eine heimelige Atmosphäre.»

Deshalb seien Anfänger immer wieder erstaunt, wie es in den Etablissements eigentlich zu- und hergeht. Dieser Wandel habe ausserdem bewirkt, dass immer mehr Junge in ihren Club kommen. «Sie finden den Ausgang nicht mehr so spannend, um andere kennenzulernen. Auch, weil viele dort betrunken oder auf Drogen sind. Wir sind hier aber enorm strikt.»

Swingen beliebteste Kategorie

Wie viele Personen in der Schweiz der Swinger-Szene angehören, ist nicht bekannt. Die Definition des Begriffs ist auch nicht eindeutig. Schätzungen und – mehr oder weniger seriöse Studien – nennen Zahlen zwischen 2 und 15 Prozent der Bevölkerung, die das Swingen zumindest ausprobiert haben.

Auf den einschlägigen Online-Portalen gehört Swingen zu den beliebtesten Kategorien. In der Schweiz werden beispielsweise auf der Plattform Joyclub knapp 5000 Schweizer Profile registriert. 

Und zumindest bei der jüngeren Zielgruppe scheint die Praxis schon tief im Mainstream angekommen. Swinger sprechen in Berichten offen über ihre Vorlieben. Bünzli-Ritterschlag: Sogar auf der Seite von Onlinehändler Galaxus gibt es Swinger-Ratschläge («Das erste Mal Swingerclub: Worauf Paare achten sollten»).

Paar-Abende am beliebtesten

Dort erklärt Dania Schiftan, Sexologin und Psychotherapeutin, dass sich das Swinger-Konzept eher an Paare richtet und empfiehlt: «Am wichtigsten ist, dass beide wirklich Lust auf dieses Experiment haben. Das ist die Grundvoraussetzung.» Aber auch Solo-Swingen sei möglich. Doch: «Das ist aber nicht immer und überall erlaubt.»

Im Club Orangerie finden Swinger an drei Abenden pro Woche zueinander. «Es gibt Abende, da sind zwischen 100–250 Personen hier, meist an einem Samstag. Abhängig auch vom Event-Thema», sagt Club-Chefin Hug. Am beliebtesten: die Paar-Abende.

Worauf sie besonders Wert legt: Handys gehören in die Garderobe! «Damit niemand auf die Idee kommt, Fotos zu machen», sagt sie. Ausserdem stehe die Sicherheit der Gäste ganz oben auf der Liste: «Wir wollen hier keine Grenzübertritte. Man soll versuchen, ins Gespräch zu kommen und sich positiv einbringen. Frauen schätzen diesen Sicherheitsaspekt sehr.»

Doch warum gehen Singles oder Paare in einen Swinger-Club? «Manche machen es, um einfach andere Menschen kennenzulernen. Es geht mehr um den Austausch, Intimität – aber nicht unbedingt um Sex. Als Paar will man vielleicht aber auch Sex mit anderen haben, nicht aber gleich die ganze Beziehung aufgeben. So war es jedenfalls bei uns», erklärt Hug. Sie findet: «Es lebt sich besser, wenn man grosszügiger in Beziehungen ist.»

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