Anstieg der Betroffenen in Australien lässt Experten rätseln
Was ist Buruli-Ulkus?

Buruli-Ulkis, auch bekannt als «das fleischfressende Geschwür», greift im südlichen Bundesstaat Viktoria um sich. Die Gesundheitsbehörden in Australien müssen nun herausfinden, warum sich die Krankheit epidemisch ausbreitet und wie sich die Menschen überhaupt infizieren.
Publiziert: 19.04.2018 um 09:06 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 20:35 Uhr
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Aimee Copelands Fall machte weltweit Schlagzeilen: Wegen fleischfressender Bakterien mussten ihre Hände amputiert werden.
Foto: Keystone

In einem Artikel des «Medical Journal of Australia» (MJA), welcher am Montag erschien, veröffentllichten Forschende um Professor Daniel O'Brian vom Gesundheitsdienstleister «Bawron Health» Zahlen, die einen Signifikanten Anstieg der Buruli-Ulkis-Fälle dokumentieren. Davon betroffen ist der im Süden des Landes liegende Bundestaat Viktoria. Anliegende Bundestaaten wie New South Wales, South Australia oder Tasmanien sind dagegen nicht betroffen.

Die Anzahl Fälle stieg zwischen 2016 und 2017 um mehr als 50 Prozent, von 156 auf 236 Fälle. «Es ist schwierig, gegen eine Krankheit vorzugehen, wenn man nicht weiss, wie sich die Menschen damit infizieren», sagt O'Brian gegenüber «The Guardian».

Heimtückischer Verlauf

Das erste Anzeichen einer Infektion ist ein Knoten auf der Haut, der weder Schmerzen noch sonst irgendwelche Beschwerden hervorruft. Betroffene gehen deshalb häufig von einem Insektenstich aus. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Bakterium, das durch das Ausscheiden von Giftstoffen Hautzellen, Blutgefässe und das Unterhautfett zerstört.

Die langsam fortschreitende Infektion arbeitet sich dann bis zur Fettschicht zwischen Haut und Muskelgewebe vor, wo sie sich ausbreiten kann. Während die Infektion fortschreitet, zerstört sie das Gewebe und wird schliesslich auf der Haut in Form eines Geschwürs sichtbar. Erreicht die Infektion dieses Stadium, können starke Schmerzen die Folge sein.

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Auch er wurde Opfer von fleischfressenden Tierchen in Australien. Sam Kanizay (16) kam 2017 mit Dutzenden Bisswunden ins Krankenhaus.
Foto: JARROD KANIZAY

Forschung benötigt Gelder

Die Gefahr besteht vor allem im Verschleppen einer Behandlung: Geht man nicht gegen das Zerfressenwerden vor, können Verstümmelungen und langfristige Behinderungen die Folge sein. Nun fordern die Forschenden von den Behörden zusätzliche finanzielle Mittel, um den Infektions-Faktoren auf die Schliche kommen zu können und die Zahl der Betroffenen mit Prävention und gezielten Behandlungsabläufen zu senken.

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