Traumstrand komplett mit Quallen übersät
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Mallorca:Traumstrand komplett mit Quallen übersät

Von stinkenden Quallen bis zu giftigen Fischen
Damit willst du in den Ferien keine Bekanntschaft machen

Von Segelquallen auf Mallorca bis zu giftigen Fischen – der Sommer kann unangenehme Überraschungen bereithalten. Womit du in den Ferien wohl lieber keine Bekanntschaft machen willst und wie du im Ernstfall reagieren solltest.
Publiziert: 01.04.2025 um 14:53 Uhr
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Aktualisiert: 02.04.2025 um 11:34 Uhr
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Sieht harmlos aus, ist er aber nicht: der Hasenkopf-Kugelfisch.
Foto: Screenshot

Darum gehts

  • Gefahren im Mittelmeer: Tiere und Pflanzen können die Ferien vermiesen
  • Hasenkopf-Kugelfisch und Petermännchen sind gefährliche Meeresbewohner mit giftigen Eigenschaften
  • Tausende tote Segelquallen säumen derzeit den Strand von Port de Sóller auf Mallorca
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Denis MolnarJournalist

In der Schweiz ist die Ski-Saison noch in vollem Gange und einige Wintersportdestinationen schicken erst Anfang Mai das letzte Pistenfahrzeug über den schneebedeckten Hang. Trotzdem sehnt sich bestimmt schon der eine oder die andere nach wärmeren Temperaturen und feinem Sand zwischen den Füssen. Doch aufgepasst, dass der Sommer nicht zur übelriechenden oder gar schmerzlichen Erinnerung wird. Was alles, vor allem in der Mittelmeerregion, nur darauf lauert, dir den Tag zu vermiesen, liest du hier. Aber lass dir davon nicht die gute Laune verderben.

Tausende Segelquallen

Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was dich dieses Jahr erwarten könnte, liefern Aufnahmen aus dem Norden Mallorcas. Tausende tote Segelquallen säumen derzeit den Strand von Port de Sóller. Fast alle Buchten sind mit einem blauen Teppich überzogen. Für Menschen sind die Nesseltiere ungefährlich, sie können aber, wenn sie nicht entfernt werden, einen fauligen Geruch entwickeln. Wahrlich keine Freude für die Nase, lockt dafür umso mehr Massen von Insekten an. Dass diese enorme Menge an Quallen im Frühling auftaucht, hängt für Experten mit dem Klimawandel zusammen.

Hasenkopf-Kugelfisch

Klingt herzig, kann aber extrem gefährlich sein – der bis zu sieben Kilo schwere Hasenkopf-Kugelfisch. Einst lebte der Lagocephalus sceleratus im Roten Meer, ist dann über den Suez-Kanal ins Mittelmeer gekommen und hat sich bis an die Adria ausgebreitet. 2003 wurde er in der Ägäis das erste Mal gesichtet. Der Kugelfisch hat einen kräftigen Biss, durchschlägt sogar Metall. Es wurden bereits Fälle gemeldet, bei denen Finger amputiert werden mussten. Also, Abstand halten. Damit nicht genug: Sein Nervengift Tetrodotoxin kann töten. Deshalb ist vom Verzehr abzuraten. Forscher der Universität Pula in Kroatien sehen in der invasiven Art eine direkte Gefahr für den Tourismus.

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Petermännchen

Und weiter geht es mit den putzigen Namen und dem Petermännchen. Ausgestattet mit einem Giftstachel vergräbt er sich im Schlamm oder Sand und ist so kaum zu entdecken. Das Petermännchen gehört zu den gefährlichsten Gifttieren in Europa. Wird man gestochen, kommt es zu starken, stechenden Schmerzen, Taubheit, Rötungen sowie Schwellungen – im schlimmsten Fall zu einem allergischen Schock und Herzstillstand. 

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Beim Baden in flachen Gewässern oder auf Wattwanderungen an der norddeutschen Küste trägt man am besten entsprechendes Schuhwerk. Wird man trotzdem gestochen, kann als erste Massnahme nach der Entfernung des Stachels die Stelle erhitzt werden (45 bis 50 Grad), zum Beispiel mit einem Föhn. Dadurch werden die Giftmoleküle zerstört. Die Einstichstelle soll zudem mit einer Wundspülung oder klarem Wasser gereinigt werden, wie die deutsche AOK empfiehlt. Dann soll man möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Leuchtqualle

«Besonders schmerzhaft» – so beschreibt das «Deutsche Ärzteblatt» den Kontakt mit der im Mittelmeer beheimateten Leuchtqualle, die sich bei Berührung verfärbt und beim Menschen starke Verbrennungen auslöst. Die Wunden heilen nur langsam und es können Narben zurückbleiben. Wie Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf sagt, sollte man «sofort das Wasser verlassen und keinesfalls mit der Hand an der verletzten Hautstelle reiben». Denn oftmals würden noch ungeplatzte Nesselkapseln auf der Haut sitzen, «die abgenommen werden müssen, ohne sie zu zerstören».

Zum Abspülen soll man Salzwasser oder Essig verwenden – keinen Alkohol und kein Süsswasser – und falls nötig eine Pinzette zur Hilfe nehmen. Dann verschafft Kühlung eine erste Linderung, auch Schmerzmittel helfen. Klinge nach einigen Stunden die Hautreizung nicht ab, empfiehlt Jelinek, einen Arzt aufzusuchen.

Seeigel

Nur sehr wenige Arten sind giftig, trotzdem gehört ein «Rendezvous» mit ihnen zur Kategorie: «Kann mir gestohlen bleiben.» Die Rede ist von Seeigeln. Ihre Stacheln können mehr als 30 Zentimeter lang werden und brechen leicht ab. Tritt man drauf, sind Rötungen, Schwellungen und lokale Schmerzen vorprogrammiert. Der Stachel muss entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Bei tief sitzenden Stacheln muss möglicherweise auch ein Arzt ran. Durch Badeschuhe kann man einem solchen unangenehmen Besuch aus dem Weg gehen. 

Unangenehme Begegnung der anderen Art

Natürlich gibt es noch etliche weitere Tiere und Pflanzenarten, die dir die Ferien vermiesen können. Vergangenes Jahr beispielsweise breitete sich vor der italienischen und kroatischen Küste ein Algenteppich, auch «Meeresrotz» genannt, aus. Ungefährlich, aber dennoch unangenehm auf der Haut.

Und noch einmal Mallorca – sorry, liebe Ferieninsel. Denn wenn es nicht Quallen oder Fische sind, die die Ferienfreude verderben, sind es in diesem Fall dreiste Diebe. So erleichterte erst Ende März eine Frau eine Touristin um ihre 10’000 Franken teure Halskette. Ihr Tatwerkzeug: ein Rosmarinstrauch. Vor welchen weiteren Tricks du dich noch in Acht nehmen solltest, liest du hier.

Hattest du schon einmal ein solches Erlebnis? Erzähl uns davon in der Kommentarspalte.  

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