Auf einen Blick
- Trump erhebt 25 Prozent Zölle auf EU-Importe
- EU droht mit entschlossener und schneller Reaktion auf Trumps Zölle
- Handelsbilanzdefizit der USA beträgt laut Trump 300 Milliarden Dollar
Jetzt macht Donald Trump (78) seine Drohung gegenüber der EU wahr: Er habe beschlossen, 25 Prozent Zölle auf Importe aus der Europäischen Union zu erheben, sagte der US-Präsident am Mittwoch in seiner ersten Kabinettsitzung seiner zweiten Amtszeit. Die «Financial Times» berichtete als erstes Medium darüber.
Laut Trump sollen die Strafzölle auf Autos und «alle anderen Dinge» erhoben werden. Genauere Details verriet der US-Präsident noch nicht. Diese würden aber «sehr bald» folgen. Noch ist unklar, wann die Zölle eingeführt werden.
EU droht mit «entschlossenen und schnellen» Reaktion
Bereits in seiner zweiten Woche im Oval Office kündigte Trump Strafzölle gegen die EU an. «Die Europäische Union hat uns so furchtbar behandelt. Sie nehmen unsere Autos nicht, sie nehmen unsere landwirtschaftlichen Produkte nicht, im Grunde nehmen sie fast nichts», sagte er damals. Am Mittwoch hob er in der Kabinettsitzung nochmals hervor: «Die EU wurde nur gegründet, um Amerika zu schaden. Bis jetzt hat sie dabei gute Arbeit gemacht, aber jetzt bin ich Präsident.» In diesem Zusammenhang erwähnte er auch das Handelsbilanzdefizit der USA, das 300 Milliarden Dollar betrage.
Weil Trump die Zölle bereits mehrfach angekündigt hat, hat sich die EU auf den drohenden Handelskrieg eingestellt – und mit einer «entschlossenen und schnellen» Reaktion gedroht. Die Zölle würden «nicht unbeantwortet bleiben», warnte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (66). Auf die möglichen Vergeltungsschläge der EU angesprochen, meinte Trump am Mittwoch: «Sie können das versuchen. Wir werden dann einfach nichts mehr kaufen. Und dadurch gewinnen.»
Wiederholt sich die Geschichte?
Einen heftigen Handelsstreit hatte es zwischen den USA und der EU schon in Trumps erster Amtszeit gegeben. 2018 hatte der Republikaner Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte eingeführt, die EU reagierte mit Sonderzöllen auf US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-Motorräder und Jeans. Jetzt läuft es auf eine Wiederholung der Geschichte heraus.