«Worst Case», «ein Albtraum!»
Swissmem-Chefs sind stinkhässig auf Donald Trump

Der Verband der Schweizer Tech-Industrie gibt sich an seiner Jahreskonferenz besorgt über den drohenden Handelskrieg zwischen Europa und den USA. Präsident und Direktor finden klare Worte in Richtung Donald Trump. Und haben Forderungen an die Schweizer Politik.
Publiziert: 10:30 Uhr
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Aktualisiert: vor 22 Minuten
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Auf diesem Archivbild lacht Martin Hirzel – aktuell ist die Laune des Swissmem-Präsidenten aber getrübt.
Foto: KEYSTONE/GAETAN BALLY

Auf einen Blick

  • US-Präsident Donald Trump will Zölle von 25 Prozent gegen die EU verhängen
  • Industrie-Verband Swissmem kritisiert den US-Präsidenten für seinen Handelskrieg
  • Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher spricht von einem «Worst-Case-Szenario»
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

«Jeden Morgen schalte ich die News ein und frage mich: Wen trifft es heute? Der neue US-Präsident kündigt jahrzehntealte Partnerschaften auf.» Das sind die klaren Worte von Swissmem-Präsident Martin Hirzel (55) am Donnerstagmorgen, mit denen er die Jahresmedienkonferenz vom Verband der Schweizer Tech-Industrie eröffnet. Klar zu spüren: Hier schwingt auch eine ordentliche Portion Verärgerung mit.

Die Rede passt bestens zur Aktualität. Am Mittwochabend hat US-Präsident Donald Trump (78) in einer Kabinettssitzung angekündigt, dass er 25 Prozent Zölle auf Importe aus der Europäischen Union erheben will. Und zwar auf «Autos und anderen Produkten».

«Für Unternehmen ist dieses Umfeld ein Albtraum»

Damit baut Trump weiter an seiner Drohkulisse gegenüber Europa. Ein Handelskrieg würde auch die Schweizer Industrie treffen, die wirtschaftlich sowieso schon unter Druck steht. Entsprechend ist man beim Branchenverband besorgt. «Für Unternehmen ist dieses Umfeld ein Albtraum. Die für uns wichtige Verlässlichkeit des staatlichen Handels und die Planungssicherheit hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen haben sich in Luft aufgelöst», so Hirzel in seiner Rede.

Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher (57) schlägt in die gleiche Kerbe: «Das Worst-Case-Szenario wären flächendeckende US-Zölle, auf welche die EU reziprok reagieren und dabei die Schweiz als Drittland behandeln würde. Damit wären bis zu 70 Prozent der Exporte der Schweizer Tech-Industrie betroffen. Das hätte dramatische Folgen.»

Swissmem hofft auf «volle Präsenz der Schweizer Diplomatie»

Bereits Anfang Monat hatte sich Brupbacher in einem Interview mit Blick kritisch über Trumps Zölle geäussert: «Gerade die Automobilindustrie ist ein brutales Geschäft. Diese Zölle erhöhen den Druck auf Zulieferer, noch günstiger zu produzieren – oder aus dem Geschäft zu fliegen», sagte er damals. Die Schweiz beheimatet viele Zulieferer der europäischen Autobauer, die Trump besonders ins Auge gefasst hat.

Wegen dieser Handelskonflikte ist die Verunsicherung auch in der Schweizer Industrie gross, wie Swissmem in einer Mitteilung am Donnerstagmorgen festhält. Darum stellt der Verband nun Forderungen an die Politik. Es brauche aussenpolitisch die «volle Präsenz der Schweizer Diplomatie». Und weiter: «Sie muss die US-Regierung davon überzeugen, dass die Schweiz ein fairer Partner ist.»

Ein wertvoller Trumpf sei die Aufhebung der Industriezölle durch die Schweiz. Und gegenüber der EU müsse der Bund alles dafür tun, dass diese die Schweiz bei Gegenmassnahmen nicht als Drittstaat behandle. Genau zu diesem Szenario war es in Trumps erster Amtszeit gekommen, als die EU 2018 Zölle auf Stahl und Aluminium auch für die Schweiz erhob.

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