Viertelmillion aus Frankreich
Schweiz zieht so viele Grenzgänger an wie noch nie

Die Zahl der Grenzgänger in die Schweiz erreicht mit fast 407'000 einen neuen Höchststand. Besonders stark ist der Anstieg aus Frankreich, wo sich die Zahl seit 2002 verdreifacht hat. Die hohen Mietpreise in Schweizer Städten treiben den Trend weiter an.
Publiziert: 30.03.2025 um 17:10 Uhr
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Aktualisiert: 30.03.2025 um 17:16 Uhr
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Die Genferseeregion zählt schweizweit die meisten Grenzgänger.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Ende 2024 pendelten fast 407'000 Menschen für die Arbeit in die Schweiz
  • Riesige Zunahme aus Frankreich
  • Hohe Mieten und Wohnungsknappheit befeuern Trend
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Die Schweiz ist ein teures Pflaster – für viele zu teuer. Immer mehr Schweizer Rentnerinnen und Rentner geniessen ihren Lebensabend deshalb im Ausland. Auch die Zahl der Grenzgänger, die fast täglich in die Schweiz kommen und am Abend wieder heimreisen, ist so hoch wie noch nie. 

Ende 2024 pendelten gemäss Bundesamt für Statistik fast 407'000 Menschen für die Arbeit in die Schweiz. Das sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wachsende Zahl macht die Grenzgänger auch für die Schweizer Banken immer interessanter. Viele von ihnen sind auf ein Schweizer Konto angewiesen. Ab dem 1. April können sie neu auch bei der Migros Bank eine Cumulus-Kreditkarte beantragen, wie die Sonntagszeitung schreibt.

Fast eine Viertelmillion aus Frankreich

Besonders rapide zugenommen haben die Grenzgänger aus Frankreich. Bei der Einführung der Personenfreizügigkeit 2002 pendelten aus Frankreich rund 87'000 Arbeitskräfte in die Schweiz. Ende 2024 waren es mit 236'000 fast drei Mal so viele. Allein 2024 betrug der Anstieg 5,3 Prozent. In der Genferseeregion rauscht der Wirtschaftsmotor und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch. Gleichzeitig herrscht eine grosse Wohnungsknappheit, wie ein Blick auf das Immobilienportal Homegate zeigt. Neben dem grossen Arbeitsplatzwachstum befeuert auch der hohe Mieterschutz den Mangel.

In der Stadt Genf sind derzeit bloss 41 Wohnungen inseriert. Und die Preise haben es in sich. Eine 2-Zimmer-Wohnung mit 32 Quadratmeter für über 3000 Franken pro Monat. Für eine 1,5-Zimmer-Wohnung mit 23 Quadratmeter werden 2000 Franken verlangt. 80 bis 90 Quadratmeter kosten monatlich oft über 4000 Franken. Und für eine grosse Familienwohnung mit 120 bis 140 Quadratmeter sind rasch 5000 oder 6000 Franken pro Monat fällig. Bei luxuriösen Wohnungen mit über 200 Quadratmetern bewegen sich die Preise dann im Bereich von 7500 bis 12'000 Franken.

Über 150'000 Pendler aus Deutschland und Italien

Da überrascht es kaum, dass die meisten Grenzgänger lieber in Frankreich wohnen, wo sie einen Bruchteil davon bezahlen. Insbesondere, seit die ÖV-Verbindungen mit der Eröffnung des Léman Express im Jahr 2020 deutlich besser geworden sind.

Die Zahl der Grenzgänger aus Deutschland hat sich seit 2002 auf 66'000 verdoppelt und jene der Italiener mit heute 91'000 beinahe verdreifacht. Wobei die Zahl aus dem südlichen Nachbarland in den letzten zwei Jahren leicht rückläufig war.

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