Darum gehts
- UBS und Schweiz brauchen einander. Debatte über Sitzverlegung ist unsinnig
- Sitzverlegung würde UBS Milliarden kosten und Kunden verlieren lassen
- UBS sichert Arbeitsplätze und ist wichtiger Steuerzahler in der Schweiz
Stopp! Können wir bitte damit aufhören, darüber zu streiten, ob die letzte Schweizer Grossbank ihren Sitz ins Ausland verlegen will oder soll? Bei allem Respekt vor den Akteuren und Protagonisten: Das ist die dümmste Debatte der Schweiz! Dumm vonseiten der UBS und der Bankenlobby, dumm vonseiten all der Politiker, Professoren und Publizisten, die so tun, als könnte die Schweiz problemlos ohne die UBS auskommen.
Die Schweiz braucht die UBS – und die UBS die Schweiz.
Im Wochenrhythmus findet sich ein Experte, der die UBS zum Teufel jagen will und so tut, als ob nach dem ersten Trennungsschmerz der Verlust für die Schweiz zu verkraften wäre. Die UBS kann das Zündeln auch nicht lassen, lässt via Nachrichtenagentur Bloomberg und anonyme Quellen ausrichten, dass die Bank ihren Hauptsitz aus der Schweiz verlegen könnte, sollte sie für die Rettung des Finanzplatzes mit in ihren Augen zu hohen Kapitalanforderungen bestraft werden.
Ohne Schweiz ist die UBS nichts
Was genau ist das Geschäftsmodell der Bank? Integrieren und dann gleich wieder restrukturieren – oder mittels regelmässig fliessender Erträge aus der globalen Vermögensverwaltung satte Gewinne einzufahren? Eine Sitzverlegung würde die Bank erneut Milliarden kosten, dabei hat die Meisterprüfung der CS-Integration – die Migration der Schweizer Kunden – noch gar nicht begonnen.
Und wohin möchte die UBS ziehen? In die USA zum Beispiel? Da würden wohl viele betuchte asiatische Kunden abspringen – nur schon, weil sie nicht wissen, wie freundlich oder unfreundlich die US-Regierung ihrem Land künftig gegenüberstehen wird. Die Schweiz dagegen ist eines der wirtschaftlich und politisch stabilsten Länder der Welt. Diese Sicherheit suchen die globalen Kunden der UBS – in der Schweiz und nicht anderswo. Dazu kommt, dass die Finanzaufsicht, die sich eine weitere Grossbank anschnallen möchte, auch erst noch gefunden werden müsste.
Die Wirtschaft braucht die UBS
Und die Schweiz? Sie hätte ohne Grossbank keinen global relevanten Finanzplatz mehr und wäre nicht mehr an den Finanzministertreffen der G20, der Vereinigung der wichtigsten Industriestaaten, dabei. Auch bei der besten Regulierung bleibt ein Restrisiko für den Steuerzahler, einfach auch deshalb, weil niemand weiss, wie die nächste Finanzkrise aussehen wird. In der Zwischenzeit ist die UBS selbst ein guter Steuerzahler und sichert Arbeitsplätze, die sonst ins Ausland abwandern würden. Auch die Schweizer Wirtschaft profitiert von der Existenz der UBS. Gerade die mittelständischen Unternehmen brauchen eine global vernetzte Grossbank, um ihre internationalen Geschäfte abzuwickeln.
Immerhin: Das Spiel auf der obersten Ebene heisst zwar Sergio Ermotti (63) gegen Finanzministerin Karin Keller-Sutter (61). Der UBS-Boss hat sich 2017 letztmals laut Gedanken über einen Wegzug seiner Bank aus der Schweiz gemacht. Seither betont der Tessiner, wie wichtig die Swissness für die UBS sei – auch wenn er mit den erhöhten Kapitalanforderungen überhaupt nicht einverstanden ist. Und die Finanzministerin verspricht, die Bank nicht zu schonen, macht aber nicht den Anschein, damit die UBS aus der Schweiz vertreiben zu wollen.
Trotzdem: Das wirtschaftspolitische Armdrücken muss jetzt ein Ende haben. Setzt euch an einen Tisch, packt eure Argumente drauf und findet eine gemeinsame Lösung. Und hört auf, euch Scheingefechte zu liefern. Zum Wohl der Schweiz und der UBS.