Der wirtschaftliche Druck auf die Schweizer Spitäler wächst. Nun muss das Spital Heiden AR den Betrieb aufgeben. Einzig der Rettungsdienst kann weiterbestehen, wie das Online-Portal «Med Inside» schreibt.
Von der Schliessung betroffen sind 180 Mitarbeitende, wovon 130 voraussichtlich die Kündigung erhalten. Das hat der Spital-Verbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) beschlossen. Mit den Sozialpartnern soll deshalb einen Sozialplan verhandelt werden.
«Unausweichliche» Schliessung
Der Grund für das Aus: Das Spital sei zu klein, die Konkurrenz zu gross. Der SVAR steht seit Jahren unter grossem Kostendruck und schreibt seit 2015 rote Zahlen. Wegen der Pandemie sind weitere finanzielle Verluste entstanden. Die Rechnung 2020 schloss mit einem Minus von 7,2 Millionen Franken ab - trotz eines Beitrags von 6,5 Millionen Franken an coronabedingte Mehrkosten und Ertragsausfälle durch den Kanton.
Die Spital-Gruppe habe sich «unzureichend» entwickelt. Die Bettenbelegung sowie der Schweregrad der Fälle war «generell tief». Ausserdem hat die Corona-Pandemie die finanziellen Probleme verschärft. Damit wurde die Schliessung «unausweichlich».
Berufsverband der Pflegefachpersonen ist schockiert
Der Regierungsrat hat dem Antrag zur Schliessung per Ende Jahr zugestimmt. Der Spital-Verbund will sich nun auf das Spital Herisau und das psychiatrische Zentrum fokussieren. Die medizinische Grundversorgung des Kantons bleibe weiterhin gewährleistet.
Der Berufsverband der Pflegefachpersonen (SBK) zeigte sich am Montag in einer Mitteilung schockiert über das plötzliche Aus des regionalen Spitals Heiden. Bereits 2018 bei der Abstimmung über die Revision des Spitalverbundsgesetz habe man die Befürchtung über eine Schliessung des Spitals Heiden geäussert. In Appenzell Ausserrhoden können seither die Spitalstandorte aus dem Gesetz über die Spitalverbunde gestrichen werden. (lui/gif/SDA)