Darum gehts
- Hypothekarzinsen machen Hauskauf attraktiv, Preise steigen deutlich an
- Jüngere Haushalte müssen Hauskauf aufschieben oder ganz verzichten
- Mit 200'000 Franken Jahreseinkommen sind nur die Hälfte der Objekte tragbar
Die tiefen Hypothekarzinsen machen den Hauskauf für Schweizerinnen und Schweizer wieder attraktiv. Das kurbelt die Nachfrage auf dem Eigenheimmarkt spürbar an. Und lässt die Preise in die Höhe schnellen.
Laut einer neuen Studie der UBS müssen Eigenheimkäufer im laufenden Jahr nochmals tiefer ins Portemonnaie greifen. Eigentumswohnungen werden sich um 3 Prozent und Einfamilienhäusern um 4 Prozent verteuern. «Die Tragbarkeit wird dadurch zu einer immer grösseren Hürde», sagt Thomas Rieder (43), Ökonom der UBS.
Weg vom Zentrum
Vor allem jüngere Haushalte müssen den Hauskauf zunehmend aufschieben oder ganz darauf verzichten. Das gilt längst nicht nur für Geringverdiener. So erfüllen Käufer mit einem durchschnittlichen Schweizer Jahreseinkommen von 150'000 Franken gerade mal bei 31 Prozent aller ausgeschrieben Objekte die Tragbarkeit. Mit einem Einkommen von 200'000 Franken pro Jahr sind aktuell nur 49 Prozent der ausgeschriebenen Objekte tragbar. «Und das ist ein vergleichsweise hohes Einkommen!», sagt Rieder.
Selbst mit einer Fahrzeit von 20 Minuten rund um die Stadt Zürich sind die meisten Gemeinden für diese Einkommensklasse nicht finanzierbar. Erst wer 30 bis 45 Minuten pendelt, wird mit diesem Einkommen fündig. Mit einem tieferen Einkommen findet man rund um Zürich nichts mehr Tragbares. «Man muss immer weiter vom Zentrum wegziehen», sagt Rieder.
Eigenheimbesitzer werden immer älter
Auch in Basel sind die meisten angrenzenden Gemeinden nicht mehr tragbar für Hauskäufer mit einem Einkommen von 200'000 Franken. In Bern sieht das anders aus: Dort sind fast alle angrenzenden Gemeinden bereits wieder zahlbar.
Gerade jüngere Haushalte verfügten selten über die nötigen finanziellen Mittel und sind gezwungen, länger darauf zu sparen. Entsprechend ist laut der UBS-Studie in den letzten Jahren der Anteil der Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer unter 65 Jahren deutlich gesunken.
Immobilienmarkt friert ein
Auch die Mieten werden dieses Jahr laut der UBS weiter steigen. Die Angebotsmieten für ausgeschriebene Wohnungen um 2,5 Prozent, Bestandsmieten um 1,5 Prozent. Dabei dürfte die Zahl freier Mietwohnungen insbesondere wegen der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft weiter sinken.
«Im Pensionsalter ziehen Menschen weniger um», sagt Rieder. Einerseits wegen der hohen Marktmieten. Andererseits macht die Vermögenssituation der Babyboomer eine Reduktion der Wohnverhältnisse finanziell meist nicht notwendig. Insgesamt führe das zu einem Einfrieren des Immobilienmarkts.