Pannen-Serie und Flugzeugabstürze
Boeing-Chef will vor US-Senat «schwere Fehltritte» einräumen

Im letzten Jahr reihte Boeing eine Panne an die nächste. Nun muss CEO Robert Ortberg im US-Senat antraben. Bei der Anhörung wird er laut Unternehmensangaben die Verantwortung für zwei Flugzeugabstürze mit 346 Toten übernehmen.
Publiziert: 02.04.2025 um 09:32 Uhr
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Aktualisiert: 02.04.2025 um 11:35 Uhr
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Boeing-CEO Robert Ortberg will bei einer Anhörung im US-Senat am Mittwoch Fehler einräumen.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Boeing-CEO räumt Fehler ein und will Vertrauen wiederherstellen
  • Pannenserie bei Boeing-Flugzeugen führt zu Sicherheitsbedenken und finanziellen Verlusten
  • Boeing meldete Minus von 3,9 Milliarden Dollar Ende 2024
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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SDASchweizerische Depeschenagentur

Jetzt muss der Boeing-CEO Robert «Kelly» Ortberg für die Krise beim US-Flugzeugbauer geradestehen. Er will nach Angaben seines Unternehmens bei einer Anhörung im US-Senat am Mittwoch Fehler einräumen. «Boeing hat in den vergangenen Jahren schwerwiegende Fehltritte begangen – und das ist inakzeptabel», wird Ortberg laut dem am Dienstag vorab veröffentlichten Wortlaut sagen.

In einer Mitteilung an die Mitarbeitenden erklärte Ortberg, dass seine Aussage entscheidend sei, um «das Vertrauen» in den kriselnden Konzern «wiederherzustellen». Ortberg wird demnach auch Boeings Verantwortung für die Abstürze von zwei Boeing-Maschinen mit insgesamt 346 Toten vor mehr als fünf Jahren anerkennen. Einige der Opfer-Angehörigen werden auch bei der Ausschussanhörung am Mittwoch erwartet.

Boeing leistete sich eine Pannenserie

Boeing steht nach einer Reihe von Pannen wegen Vorwürfen zu Sicherheitsmängeln an seinen Flugzeugen unter starkem Druck. Experten führen die Vorfälle auf Mängel bei Produktion und Wartung zurück.

Bei einem grösseren Zwischenfall im Januar vergangenen Jahres war bei einer Boeing 737 MAX 9 der Fluggesellschaft Alaska Airlines während des Fluges ein Teil der Kabinenwand herausgebrochen, die Maschine musste notlanden. Auch in den Folgemonaten kam es zu Zwischenfällen: Im März löste sich während des Abflugs einer Boeing 777 ein Rad, im April musste der Start einer 737 wegen eines Motorschadens abgebrochen werden.

Die Zwischenfälle wirkten sich auch auf die Unternehmensbilanz aus: Im Januar meldete Boeing ein Minus von 3,9 Milliarden Dollar zum Ende des Jahres 2024. Das Unternehmen führte die hohen Verluste massgeblich auf einen 50 Tage andauernden Streik in zwei zentralen Werken in den USA zurück.

Rechtsstreit mit US-Behörden

Zudem ist Boeing in Folge zweier Flugzeugabstürze seit Jahren in einen zähen Rechtsstreit mit den US-Behörden verwickelt. Die 737-MAX-Maschinen waren im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien abgestürzt. Alle Maschinen dieses Typs wurden daraufhin weltweit für 20 Monate stillgelegt.

Im April 2019 räumte Boeing ein, dass es bei der 737 MAX Probleme mit einer Stabilisierungssoftware gegeben habe. Die Software wurde von dem Unternehmen als Konsequenz aus den beiden Unglücken überarbeitet.

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