Auf einen Blick
- Bitcoin verliert 19, Ether 40 Prozent seit Rekord-Dezember
- Donald Trump hat einiges bereits umgesetzt in Sachen Kryptos
- Wie es mit den Digitalwährungen weitergeht, hängt stark vom US-Präsidenten ab
Die Euphorie im November war riesig: Donald Trump (78) gewinnt die Wahlen in den USA – und zieht als erster «Krypto-Präsident» ins Weisse Haus ein. Alleine dieses Versprechen zusammen mit Deregulierungsgelüsten der Republikaner befeuerten die Krypto-Kurse. Es folgten Rekorde um Rekorde. So stieg der Bitcoin bis Mitte Dezember auf über 106'000 Dollar. Auch andere Digitalwährungen verzeichneten riesige Kursgewinne.
Doch seit Anfang Jahr ist die Goldgräberstimmung bei den Kryptos vorbei. Bitcoin hat mittlerweile 19 Prozent von seinem Allzeithoch eingebüsst. Ether, die zweitgrösste Kryptowährung der Welt, verlor seither gar 40 Prozent. Vereinzelte Meme Coins – besonders volatile Kryptowährungen – gaben bis um 60 oder 70 Prozent nach. «Es kommen gerade verschiedene Faktoren zusammen», sagt Kryptounternehmer Rino Borini (51) zu Blick, der unter anderem an der Hochschule für Wirtschaft Zürich zum Thema lehrt.
«Ein Bank Run!»
Ein Bremser sei die amerikanische Geldpolitik, so Borini. Die Notenbank Fed hatte zuletzt signalisiert, bei den Zinssenkungen etwas weniger aufs Tempo zu drücken. Gut möglich, dass eine Phase ohne Zinssenkungen kommt. Das macht risikoreiche Anlagen wie eben Kryptos weniger attraktiv. Hinzu kommt der kürzliche Hack der Krypto-Börse Bybit – 1,4 Milliarden Dollar sind gestohlen worden. «Dies hat viele Investoren verunsichert und einige Anleger dazu veranlasst, ihre Gelder abzuzügeln. Sozusagen ein Bank Run, der gerade stattfindet», erklärt Borini.
Dass auch der Bitcoin-Kurs unter die psychologisch wichtige Marke von zuerst 100'000 Dollar – und am Dienstag unter 90'000 Dollar – fiel, sorgte für weitere Unsicherheiten. «Aber diese Entwicklungen gehören zum Kryptomarkt dazu», sagt Borini. «Blickt man auf die letzten 13 Jahre zurück, ist der Februar für den Bitcoin-Kurs zehnmal positiv ausgefallen. In diesem Jahr wird das wohl nicht mehr der Fall sein. Aber ich bleibe für das Jahr 2025 positiv.»
Warum Bitcoin stabiler ist als andere Kryptos
Borini prognostizierte bereits im Januar einen Bitcoin-Kurs von 150'000 Dollar. Und für die nächsten 18 bis 24 Monaten gar einen Kurs von 250'000 Dollar. «Der Bitcoin ist der König unter allen Kryptowährungen. Deshalb ist er auch am wenigsten stark gefallen», sagt Borini. Im Gegensatz zu den breiten Krypto-Verlusten ist der Bitcoin bislang noch glimpflich davongekommen. Warum ist das so? «Das zeigt die Macht und die Grösse des Bitcoins», so Borini. «Auch der Bitcoin ist volatil, aber nicht im gleichen Umfang wie die meisten anderen Digitalwährungen.»
Wie geht es den Schweizer Firmen? Was läuft an der Wall Street? Und wie entwickelt sich der Goldpreis? Wir halten dich über die neusten Entwicklungen an den Märkten auf dem Laufenden – hier im Liveticker.
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Zu Trump meint der Experte: «Er hat diverse Massnahmen rasch zu Beginn seiner Amtszeit getroffen.» Zum Beispiel hat der US-Präsident eine Krypto-Arbeitsgruppe einberufen. Und mit Paul Atkins will er einen kryptofreundlichen Chef bei der Börsenaufsicht SEC installieren. «Das sind alles Entwicklungen, die die Kryptoindustrie positiv beeinflussen werden. Es wird noch eine Zeit dauern, bis wir diese Entwicklungen in den Kursen sehen werden», meint Borini.
«Bei Trump muss man auf alles gefasst sein»
Damit ist klar: Der Schlüssel zu starken Krypto-Kursen liegt neu im Oval Office. «Bei Trump muss man auf alles gefasst sein. Ich denke aber, dass er es ernst meint mit der Förderung von Krypto und Blockchain und dass er in Bitcoin tatsächlich eine ernstzunehmende Geldreserve sieht», sagt Borini. Er denkt, dass Trump mit Digitalwährungen die finanzielle Dominanz der USA festigen und den US-Dollar als zentrales Element der amerikanischen Machtstrategie erhalten will.
Fakt ist aber auch: Der US-Präsident hat seit der Amtseinführung kaum noch ein Wort über Krypto, Bitcoin und Co. verloren. Auch das schafft bei den Anlegerinnen und Anleger nicht gerade Vertrauen. Und wirft die Frage auf: Meint es der US-Präsident mit Digitalwährungen wirklich ernst?
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlustes des eingesetzten Kapitals.
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