Corinne Suter (26) ist müde. Müde und glücklich. «Mental waren die letzten Tage sehr anstrengend. Jetzt freue ich mich auf ein paar ruhige Tage und Weihnachten», sagt sie. Und was steht dann auf dem Menüplan? «Bei uns gibt es traditionellerweise Fondue Chinoise. Allein schon, wenn ich jetzt davon rede, bekomme ich bereits Hunger», sagt die Speed-Königin der letzten Saison schmunzelnd.
Noch muss sich Suter bis Heiligabend etwas gedulden. Sicher ist: Ein schönes, gemütliches und leckeres Abendessen hat sie sich redlich verdient. Rückblick. Am Freitag feiert die Schwyzerin einen grandiosen Abfahrts-Sieg, tags darauf rast sie auf Rang 2 und beim abschliessenden Super-G wird sie erneut Zweite. Drei Rennen, drei Podestplätze. Suter: «Ich hätte nie geglaubt, dass es dreimal reichen würde, um ganz vorne mitzumischen. Es ist mega schön.»
Suters Konstanz ist in der Tat beeindruckend – seit längerem. Bei ihren letzten vier Abfahrten und Super-Gs war sie nie schlechter als Vierte. Das ist nur etwas: stark. «Ich bin gut drauf, das weiss ich. Und es macht einfach Spass, so Ski zu fahren – entsprechend sind die Resultate.»
Auch 3 Hundertstel nerven Suter nicht
Im Super-G hätte für Suter gar noch mehr herausschauen können. Siegerin Ester Ledecka (25) ist nur gerade drei Hundertstel schneller. Die tschechische Snowboard- und Ski-Olympiasiegerin von Pyeongchang erreicht das Ziel umgerechnet 76 Zentimeter vor Suter – und das bei einer Renndistanz von 2142 Metern.
Nervt der Mini-Rückstand? Suter: «Überhaupt nicht. Weil mich die letzten Tage emotional sehr mitgenommen habe, bin ich enorm stolz, dass ich nochmals ein Top-Resultat heimbringen konnte.» Wo sie Platz 1 verlor, ist schnell gefunden: Im obersten Streckenteil. Bei der ersten Zwischenzeit liegt Suter 32 Hundertstel hinter Ledecka – diese Hypothek ist letztlich zu gross.
Gisin hat Guezliback-Stress
Im Sog von Suter überzeugen auch Lara Gut Behrami (5.) und Michelle Gisin (9.). Letztere freut sich nun ebenso auf Weihnachten wie Suter. «Ich muss schnell nach Hause, um Spitzbuben zu backen. Denn mein Bruder Marc hat sich beklagt, dass die letzten nicht so gut gewesen seien. Jetzt zeige ich ihm, dass ich es besser kann», so Gisin gut gelaunt.