Darum gehts
- ZSC Lions verlieren gegen Davos nach Fehlern im zweiten Halbfinal-Spiel
- Trainer Bayer kritisiert individuelle Fehler und zu viele verteilte Geschenke
- Erinnerungen an Playoff-Final 2015, als ZSC nach 3:0-Startsieg Serie verlor
Die ZSC Lions tappten bei der 3:4-Niederlage im zweiten Halbfinal-Akt am Dienstag in Davos in die Fehlerfalle. Jener von Derek Grant (34) vor dem 0:2 und jener von Santtu Kinnunen (26) vor dem 0:3 gehörten zur krasseren Sorte. Die Fehlerkette beim entscheidenden Gegentreffer in der 59. Minute, als sich Dean Kukan (31) von Matej Stransky (31) ausheben liess, war dann zu viel und kostete Zürich den Match.
Derart fehlerhaft waren die Zürcher in diesen Playoffs noch nie. Und daher stellt sich die Frage, ob der 6:1-Kantersieg im ersten Spiel vom Samstag einen schlechten Einfluss hatte. Dafür sorgte, dass sich die Lions zu sicher fühlten, zumal sie ja auch dieses Spiel bis zu Grants Aussetzer und auch nach Denis Malgins (28) Anschlusstreffer zum 1:3 bis zur verhängnisvollen 59. Minute mehrheitlich im Griff hatten.
Bayer: «Zu viele Geschenke verteilt»
Trainer Marco Bayer (52) befand, dass man individuelle Fehler gemacht habe, die man sich nicht leisten könne, «und die wir ansprechen müssen. Wir haben zu viele Geschenke verteilt». Zugleich war er glücklich darüber, wie sich sein Team nach dem 0:3-Rückstand zurückgekämpft und immer daran geglaubt hat. «Es hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dass wir dann am Schluss trotzdem verlieren, ist bitter.»
Captain Patrick Geering (35) verwies darauf, man die eiserne Playoff-Regel, nach Siegen nicht zu hoch zu fliegen und nach Niederlagen nicht zu tief zu fallen, durchaus verinnerlicht habe. «Wir müssen schauen, dass wir weniger Fehler machen als die Davoser, aber dieses Mal haben wir mehr gemacht als sie.» Sein Blick war aber bereits wieder nach vorne gerichtet: «Jetzt ist es wieder an uns, zu reagieren.»
Leise Erinnerungen an 2015
Es ist nicht das erste Mal, dass beim ZSC Tendenzen festzustellen sind, dass sich diese eigentlich überragende Mannschaft in einem Anflug von Übermut selbst ein Bein stellt. Das ist kein ungefährliches Spiel, denn der HCD hat dadurch neuen Mut gefasst.
Es werden leise Erinnerungen wach an den Playoff-Final 2015 zwischen diesen beiden Teams. Nach dem souveränen 3:0-Startsieg des ZSC dachte man damals auch, dass es eine kurze Serie werden könnte. Doch letztlich blieb es der einzige Sieg der Zürcher. Und neun Tage später war der HCD zum 31. und bislang letzten Mal Schweizer Meister.