Wie von Blick vermutet, lässt HCD-Trainer Josh Holden den Kanadier Brendan Lemieux von der Leine. Dieser wurde vor allem als physische Waffe nach Davos geholt, seine spielerischen Beiträge im Dress des Rekordmeisters waren bislang inexistent: 0 Tore und 0 Assists in 16 Spielen! Doch Holden braucht Lemieux auch, um nach den Ausfällen der Schweizer Stürmer Corvi, Frehner und Kessler (alle Saisonende) gegen den breit aufgestellten ZSC überhaupt vier Sturmlinien auf Profiniveau zu haben. Dafür opfert er den finnischen Verteidiger Julius Honka.
Holden wird für seinen nicht ganz risikofreien Entscheid belohnt, Davos gleicht mit einem 4:3-Sieg die Serie aus und Lemieux zeigt seinen wohl besten Match im HCD-Dress. Er fängt zwar auch in seinem 17. Spiel nicht plötzlich an, Skorerpunkte zu buchen. Aber als aufsässiger Vorzeigekämpfer geht der ehemalige NHL-Spieler den Zürchern gehörig auf den Geist, indem er sie mit kernigen Checks eindeckt, bei jedem Halb-Handgemenge Präsenz markiert und auch permanent den Trash-Talk sucht. Wo Lemieux draufsteht, ist dieses Mal auch Lemieux drin.
Patzer von Grant und Kinnunen
Die ZSC Lions haben zwar einen ordentlichen Start, übernehmen ähnlich wie in Spiel 1 so ab der 10. Minute das Spieldiktat. Müssen dieses nur kurzzeitig wieder abgeben, als sie sich zwei unnötige Strafen leisten, was Davos durch Zadina prompt zur Führung nutzt. Doch der ZSC bleibt der Chef auf dem Eis. Bis der behäbige Grant mit einem Riesenbock HCD-Stürmer Parrée lanciert und dieser auf 2:0 stellt. Als dann auch noch Kinnunen schnitzert, was Ambühl mit dem 3:0 bestraft, ist dies dann des Guten zu viel.
Und trotzdem findet der ZSC wieder aus dieser misslichen Lage. Indem Malgin für die Lions das Skore eröffnet, Henry sein erster NL-Treffer gelingt und Lammikko das 3:3 erzielt. 11 Minuten benötigt Zürich für diese Korrektur. Aber Davos lässt sich an diesem Abend trotzdem nicht aus der Spur drängen. Mit einem sensationellen Forechecking bringt Stransky ZSC-Verteidiger Kukan zu Boden, leitet auf Knak weiter und der bringt mit seinem 4:3 die Halle zum Beben.
Die ZSC Lions haben sich in diesem zweiten Playoff-Akt mit ihrem zwischenzeitlich flapsigen Auftritt ein Bein gestellt und dem HCD dadurch eine Rückkehr in die Serie ermöglicht. Ob das eine gute Idee war, muss bezweifelt werden. Nun liegt es am Titelverteidiger, am Donnerstag seinerseits eine Reaktion zu zeigen.
Fans: 6547 (ausverkauft).
Tore: 18. Zadina (Nussbaumer/PP) 1:0. 23. Parrée 2:0. 37. Ambühl (Egli, Knak) 3:0. 40. Malgin (Andrighetto, Frödén) 3:1. 46. Henry (Kukan) 3:2. 51. Lammikko (Frödén) 3:3. 59. Knak (Stransky) 4:3.