Darum gehts
Die Szene, welche Gottéron in Alarmzustand versetzt, ereignet sich am Dienstagabend in der 28. Minute: Lausannes wuchtiger Verteidiger Aurélien Marti (30) macht einen Check in der Ecke der Waadtländer Defensivzone fertig. Seine 92 Kilo verteilt auf 1,90 Meter prallen auf Lucas Wallmark. Ein Check, wie er in den Playoffs an der Tagesordnung ist, der dem Fribourger Topskorer aber schlecht bekommt. Er krümmt sich vor Schmerz, fährt gezeichnet zur Bande und versucht es später noch einmal. Doch er kann das Spiel nicht fortsetzen. Ohne ihren Schlüsselspieler müssen die Drachen in der Endphase das einzige Tor der Partie hinnehmen.
Der Ausfall des 29-Jährigen muss den Saanestädtern mehr zu denken geben als die Niederlage. Ohne den Schweden ist es schwer vorstellbar, dass Fribourg sich in der Serie gegen den Qualisieger behaupten kann. Während Lausanne den Ausfall von Lauri Pajuniemi (25), der bei seinem ersten Spiel seit Februar bald verletzt ausschied, locker wegstecken kann und mit Ahti Oksanen (32) und Brendan Perlini (28) zwei ausländische Stürmer in der Hinterhand hat, drohen Fribourg die Stürmer auszugehen.
In der Viertelfinal-Serie gegen den SCB war mit Jacob De la Rose (29) bereits ein wichtiger Center ausgefallen, sodass Daniel Ljunggren (31) ins Team rückte. Den Schweden hatte sich Gottéron als Absicherung mittels B-Lizenz von Thurgau geholt. Während Samuel Walser (32) in den dritten Block vorrückte, übernahm er dessen Position in der vierten Reihe. Dabei fand sich Ljunggren von Spiel zu Spiel besser zurecht und erzielte im Game 7 in Bern das wegweisende 1:0. Doch ein Spieler des Formats von De la Rose und Wallmark ist er nicht. Und am Dienstag handelte er sich jene Strafe ein, die Lausanne zum Siegestreffer nutzte.
Ergeht es Fribourg wie Davos vor einem Jahr im Viertelfinal gegen Lausanne, als der Verschleiss an Spielern so gross wurde, dass zum Schluss mit Talent Lars Steiner ein 16-Jähriger aushelfen musste?
Chance auf Wallmark-Einsatz bei 50 Prozent
Mit Andreas Borgman (29) haben die Freiburger noch einen Ausländer in der Hinterhand. Doch der Schwede ist gelernter Verteidiger – und sein einziger Playoff-Einsatz als Not-Center endete nach weniger als fünf Minuten Eiszeit und einem Bandencheck gegen SCB-Stürmer Marc Marchon (29), der ihm einen Restausschluss und drei Spielsperren einbrachte.
Fribourg-Coach Lars Leuenberger (50) stuft die Chance, dass Wallmark am Donnerstag spielen kann, auf 50 Prozent ein. Und er sieht sein Team auch ohne seinen Topskorer nicht als chancenlos, da man trotz des Ausfalls von De la Rose den Halbfinal erreicht habe. Es war auch nicht zu erwarten, dass er die Weisse Fahne hisst.