«Free Gaza» und «Fuck USA»
Vandalen in Bern beschmieren falsches E-Auto

Ein Polestar wurde in Bern irrtümlich für ein Tesla-Fahrzeug gehalten und mit politischen Graffiti beschmiert. Der Vorfall zeigt die zunehmende Polarisierung, die die US-Politik auch hierzulande erzeugt. Der Besitzer des Autos ist besorgt.
Publiziert: 04.04.2025 um 16:08 Uhr
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Aktualisiert: 04.04.2025 um 22:00 Uhr
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Dieser Polestar wurde von den Tätern offenbar für einen Tesla gehalten – und mit politischen Botschaften besudelt.
Foto: Blick-Leserreporter

Darum gehts

  • Polestar in Bern mit politischen Botschaften besprüht, wurde vermutlich für Tesla gehalten
  • Halter ärgert sich über Vandalismus und plant, Anzeige zu erstatten
  • 25 Menschen demonstrierten vergangenes Wochenende friedlich vor einem Tesla-Geschäft in Zürich
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Mit Autos kannten sie sich augenscheinlich nicht aus!

Am Freitag haben Unbekannte in der Länggasse in Bern einen Polestar mit politischen Botschaften besprayt. Das zeigen Bilder eines Leserreporters. Auf dem weissen Wagen war mit pinker Farbe «Free Gaza» und «Fuck USA» gesprüht worden. Vermutlich hielten die Täter das Auto des schwedischen Herstellers für einen Tesla.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt auf Anfrage eine Meldung wegen Sachbeschädigung. Eine Anzeige sei noch nicht eingegangen.

Zuletzt sind in den USA Fahrzeuge der Marke Tesla verstärkt Ziel von Vandalismus geworden – aus Protest gegen den Firmenchef, Tech-Milliardär Elon Musk (53), der momentan für Trump einen Kahlschlag im amerikanischen Staatsapparat durchsetzt. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Nahostkonflikt und Musk gibt es unterdessen nicht wirklich. Allerdings unterstützt die US-Regierung das harte Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen.

«Täter sind bestimmt nicht gebildet»

Der beschmierte Polestar ist auf eine Berner Firma zugelassen. Blick hat mit dem Geschäftsführer (62) der Softwareberatung gesprochen. Er möchte anonym bleiben.

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«Ich werde Anzeige erstatten», sagt der Firmenchef. Er habe sich aus ökologischen Gründen extra einen elektrischen Geschäftswagen zugelegt, fügt er an. «Vor politischem Missbrauch hat mich das nicht geschützt», ärgert er sich. «Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Die Täter sind bestimmt nicht gebildet», schlussfolgert er nach dem Vandalismus-Fail.

Demo in Zürich bleibt friedlich

Der Mann fürchtet um seine Sicherheit. «Die politische Lage ist nicht nur in den USA angespannt, sondern auch hier.»

Schuld sei US-Präsident Donald Trump (78), der gerade erst saftige Zölle gegen die Schweiz verkündet hat, und die Tesla-Vandalen am liebsten in El Salvador hinter Gitter bringen will. «Das sind Terroristen», wetterte der Republikaner. Die Taten bezeichnete er als inländischen Terrorismus und drohte den Tätern mit bis zu zwanzig Jahren Haft.

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Dass Tesla und die aktuelle US-Politik hierzulande polarisieren, zeigte auch die Demo vor einem Tesla-Geschäft in Zürich am vergangenen Wochenende. Rund 25 Menschen versammelten sich, um gegen Trump und Musk zu protestieren. Die Polizei musste nicht eingreifen. Es blieb friedlich.

Beim IT-Experten in Bern bleibt nach der Farbattacke am Freitag dennoch ein mulmiges Gefühl zurück. «Man fühlt sich weniger sicher in dieser Zeit. Es wird in Zukunft noch schlimmer werden», glaubt er.

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