Bis zuletzt hatte sie die Hoffnung nicht aufgegeben: Die Influencerin Josi Maria (†24) aus Kiel verlor am 28. November ihren jahrelangen Kampf gegen die Magersucht. Ihre letzten Tage verbrachte sie mit ihrer besten Freundin auf der spanischen Insel Gran Canaria. Dort sei sie friedlich eingeschlafen und nie wieder aufgewacht, bestätigt ihre Mutter Annette.
In der Öffentlichkeit machte Josi kein Geheimnis aus ihrer Anorexie. Die Influencerin thematisierte die Krankheit auf den sozialen Medien und sprach kurz vor ihrem Tod sogar noch in einem Interview mit dem Youtuber Leeroy (23) darüber. Sie wollte vor allem auch anderen Betroffenen helfen, aus der Sucht herauszukommen.
«Ich will nicht eine von zehn sein, die an der Magersucht stirbt»
Wie Josi erzählte, rutschte sie bereits als 11-Jährige in die Magersucht. Sie sei früher in der Schule gemobbt worden. So sehr, dass sie das Gefühl hatte, immer mehr abnehmen zu müssen – obwohl sie gar nie übergewichtig war. Die Essstörung sei damals ihre beste Freundin gewesen. Gleichzeitig sei sie dadurch aber auch einsam geworden: «Man wird traurig, man hat keine Lust mehr auf nichts. Das ist eine Krankheit, die einen enorm einnimmt.»
Sie sagte der Krankheit den Kampf an, machte verschiedene Therapien und war zwischenzeitlich auch in einer Klinik. Mehrmals schaffte sie es, die Sucht unter Kontrolle zu bringen. Leider wurde sie aber immer wieder rückfällig – obwohl sie die Krankheit unbedingt besiegen wollte: «Ich hasse mich dafür, dass ich seit knapp zwei Jahren sage, dass ich da rauskommen möchte und eigentlich immer noch drinstecke.» Wenige Wochen vor ihrem Tod schrieb sie auf Instagram sogar: «Ich will nicht eine von zehn sein, die an der Magersucht stirbt.»
Bis zuletzt glaubte sie daran, einen Ausweg zu finden und mit der Krankheit gesund leben zu können. Doch noch bevor das Youtube-Interview veröffentlicht wurde, verlor Josi ihren Kampf.
Mutter Annette spürte, als ihre Tochter starb
Nun sprachen auch ihre Eltern Annette und Hans mit dem Youtuber Leeroy und erzählten, was die Krankheit mit ihrer Tochter gemacht hat. Kurz bevor sie in die Ferien geflogen sei, habe Josi noch zu ihrer Mutter gesagt: «Wenn mein Körper das irgendwann nicht mehr mitmacht, dann ist das eben so.»
Als sich ihre Tochter dann wenige Tage später von dieser Welt verabschiedete, habe sie plötzlich ein komisches Gefühl überkommen. «Ich und mein Mann sassen an diesem Abend gemeinsam in der Garage.» Sie habe plötzlich eine Unruhe in sich gefühlt: «Ich dachte, da stimmt etwas nicht. Es war ganz komisch. Mir schossen auf einmal die Tränen in die Augen. Und in meinen Gedanken sagte ich ganz laut: ‹Bitte, bitte – nimm sie mir nicht weg. Mach sie eher von da oben gesund, aber nimm sie mir nicht weg.›»
Als sie dann am nächsten Tag telefonisch erfuhren, dass ihre Tochter gestorben ist, habe das ihr «den Boden unter den Füssen weggerissen.» «Das war dieser endgültige Moment, vor dem ich immer solche Angst hatte», sagt Annette unter Tränen. Auch für Vater Hans sei die Welt zusammengebrochen: «Das ist so eine Situation, die kann man gar nicht in Worte fassen.»
Anja Zeidler trauert um ihre Kollegin Josi
Auch die Schweizer Influencerin Anja Zeidler (27) trauert um ihre 24-jährige Kollegin. «Josi war einfach so eine gute Frau.» Die beiden Frauen lernten sich durch das Bodybuilding kennen.
Nachdem sie sich am Mittwochabend Josis letztes Video-Interview auf Youtube angesehen habe, habe sie bis um fünf Uhr morgens kein Auge zugetan. «Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten», so Zeidler. «Sie war im Video genau so, wie ich sie kennenlernen durfte. Es war Josis Mission. Sie hat so offen und ehrlich über ihre Krankheit gesprochen und konnte vielen helfen, aus ihren Essstörungen herauszukommen.» Anja Zeidler appelliert: «Diese Krankheit braucht mehr Aufmerksamkeit!» (frk)
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Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben
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