Stromer, Kooperationen und die Fusion mit PSA
Fiats Frühlingserwachen

Unter dem 2018 verstorbenen CEO Sergio Marchionne verlor Fiat Zeit, statt in die Zukunft zu investieren. Fiat-Chef Mike Manley muss schon vor der kommenden Fusion mit PSA wichtige Entscheidungen für den Konzern treffen.
Publiziert: 15.02.2020 um 06:11 Uhr
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Aktualisiert: 30.10.2020 um 21:45 Uhr
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Wie gehts weiter bei Fiat? Seit Dezember verhandeln PSA-CEO Carlos Tavares (links) und Fiat-Chrysler-Chef Mike Manley über eine Fusion der beiden Konzerne.
Foto: Joe Wilssens Photography
Andreas Faust

Alfa Romeo, Lancia, Maserati: Die Liste der italienischen Traditionsmarken, die Fiat in den letzten Jahrzehnten vor der Pleite rettete, ist lang. Als sich 2009 der US-Autobauer Chrysler in der Finanzkrise in eine Allianz mit Fiat rettete, lautete abermals die Frage: Kann Fiat diese Herausforderung stemmen?

Umgekehrt – Chrysler rettete Fiat. Seit beide 2014 zu Fiat Chrysler Automobiles (FCA) fusionierten, zieht vor allem Chryslers Offroad-Marke Jeep den gesamten Konzern voran. Fiats Strategie blieb dagegen erratisch. Keine Nachfolger für den Bestseller Punto; stattdessen wurde das Design des Erfolgsmodells Fiat 500 so lange verzerrt, bis es auch für Derivate passte. Alfa startete mit den überzeugenden Giulia und Stelvio zwar einen Neuanfang, fiel 2019 bei den Verkäufen aber unter die 100'000er-Marke. Maserati liegt weit unter den einst geplanten 50'000 Einheiten im Jahr – trotz des SUVs Levante. Und Lancia findet längst nur noch in Italien statt.

Abschluss der Fusion mit PSA noch offen

Zukunftstrends wie Elektrifizierung oder autonomes Fahren ignorierte der 2018 verstorbene Konzernboss Sergio Marchionne, weil sie nicht ins Entwicklungsbudget passten. Stattdessen propagierte er Fusionen, kokettierte mit GM und VW oder wollte Alfa nach Wolfsburg verkaufen – ohne Erfolg. Nachfolger Mike Manley setzt diese Strategie unter Druck. Nach kurzem Flirt mit Renault verhandeln FCA und der französische PSA-Konzern seit Dezember über Details einer Fusion. Werke, Arbeitsplätze, Modellstrategie – alles steht zur Diskussion. Kommts zum Abschluss (wann, ist noch offen), entstünde der viertgrösste Autokonzern mit 8,7 Millionen Fahrzeugen und 170 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Elektro-500er und China-Modelle

Erhoffte Synergien von rund 3,7 Milliarden Euro im Jahr brauchen wie die Entwicklung neuer Modelle Zeit. Einfach auf PSA-Hilfe warten kann Manley daher nicht. Deshalb lanciert Fiat nun mit Minimalaufwand entwickelte Mildhybride, setzt bei Alfa und Jeep auf Plug-in-Hybrid und wird in drei Wochen am Genfer Autosalon einen neuen Cinquecento präsentieren, der mit nur noch elektrischem Antrieb Fiat in die Zukunft führen soll. Zudem plant Manley eine Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Elektronikkonzern Foxconn zur Entwicklung auf China zugeschnittener Elektromodelle.

Vor allem aber bei der Einhaltung des seit Januar geltenden CO2-Grenzwerts von 95 g/km hat FCA ein Problem, weil der Konzern seine einst führende Position beim Verbrauch mangels innovativer Antriebe eingebüsst hat. Rund 1,8 Milliarden Euro zahlt Fiat bis 2023 an US-Elektropionier Tesla, um dessen Neuwagenflotte mit der eigenen zu poolen und so gemeinsam den CO2-Grenzwert zu schaffen.

Der Verkauf des Elektro-Zulieferers Magneti Marelli 2019 spülte immerhin 6,2 Milliarden Euro in die Kasse. Und der chinesische Geely-Konzern (Mutter von Volvo) soll an Alfa und Maserati interessiert sein. Beiden Marken soll PSA-Chef Carlos Tavares hinsichtlich Wirtschaftlichkeit skeptisch gegenüberstehen. Vor Fusionsabschluss dürfte über sie aber nicht entschieden werden.

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