So wollen Republikaner ihren Präsidenten unsterblich machen
Jetzt kommt der Trump-Personenkult

Wollen sie ihn bauchpinseln? Oder stecken andere Motive hinter den Gesetzesvorschlägen, die republikanische Politiker in den vergangenen Wochen lanciert haben? Mit diesen fünf Ideen wollen Trump-Fans in Washington ihr Idol unsterblich machen.
Publiziert: 23.03.2025 um 20:05 Uhr
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Aktualisiert: 24.03.2025 um 11:07 Uhr
Republikanische Abgeordnete wollen Trump mit ganz speziellen Symbolen ehren. So soll er ein eigenes Portrait auf dem berühmten Mount Rushmore erhalten.
Foto: AFP

Darum gehts

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Samuel SchumacherAusland-Reporter

Dem Donald J. Trump State Park geht’s nicht gut. Die knapp zwei Quadratkilometer Land, die Donald Trump (78) 2006 dem Bundesstaat New York geschenkt hat, weil er seine Golfplatzpläne wegen Umweltregulierungen nicht umsetzen konnte, wildern nur so vor sich hin. Seit 2010 wird der Flecken Land offiziell nicht mehr unterhalten.

Höchste Zeit also, den aktuellen US-Präsidenten mit neuen Symbolen zu ehren, finden mindestens Trumps Anhänger. In den ersten beiden Monaten seiner Präsidentschaft haben republikanische Abgeordnete nicht weniger als fünf Gesetzesentwürfe eingereicht, um Trump mit eigenen Flughäfen, Banknoten und noch viel wilderen Dingen unsterblich zu machen.

1

Trumps Gesicht auf der 100-Dollar-Note

Der texanische Abgeordnete Brandon Gill (31) will mit seinem «Golden Age Act of 2025»-Gesetzesentwurf erreichen, dass der amerikanische Gründervater Benjamin Franklin von der 100-Dollar-Note verschwindet und stattdessen Donald Trumps Konterfei auf dem Nötli abgebildet wird. Bis Ende 2026 soll das zuständige Amt Designentwürfe vorlegen. Erst müsste man dazu allerdings noch ein seit 1866 bestehendes Gesetz abschaffen, das die Verewigung von noch lebenden Personen auf Dollarnoten verbietet, wie das Magazin «Politico» schreibt. Eine ähnliche Bestimmung gibt es auch in der Schweiz.

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So, wie das falsche Nötli im Touristen-Shop, würde die echte 100-Dollar-Trump-Note kaum aussehen.
Foto: keystone-sda.ch
2

Neue 250-Dollar-Note für Trump

Joe Wilson (77), ein republikanischer Abgeordneter aus South Carolina, will Trump kurzerhand eine neue Banknote widmen: die 250-Dollar-Note. Damit könnte man gleich auch das 250-Jahres-Jubliäum der USA ehren, findet Wilson. Den runden Geburtstag feiern die Vereinigten Staaten 2026 (wenn auch die Fussball-Weltmeisterschaft im Land stattfindet). Die 250-Dollar-Note wäre ein Anfang, aber nichts im Vergleich zur 100’000-Dollar-Note mit dem Bildnis des 28. US-Präsidenten Woodrow Wilson, die von 1934 bis 1935 für Gold-Deals zwischen verschiedenen US-Banken verwendet wurde.

3

Steinernes Antlitz am Mount Rushmore

Die vier 18 Meter hohen Präsidenten-Portraits, die der Künstler John Gutzon de la Moth Borglum zwischen 1927 und 1941 in die Felswände der Black Mountains in South Dakota sprengen und hauen liess, gehören zu den aussergewöhnlichsten Tourismus-Magneten der USA. Die Florida-Abgeordnete Anna Paulina Luna (35) findet, Trumps Portrait gehöre neben jene der historischen US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Das Problem: Laut dem Nationalpark-Service, der den «Schrein der Demokratie» am Mount Rushmore verwaltet, gibt es dort gar keinen geeigneten Felsen mehr für einen weiteren Präsidenten-Kopf.

4

Eigener Hauptstadt-Flughafen

Addison McDowell (31), ein Abgeordneter aus North Carolina, will den «Dulles Airport» in Washington D.C. auf Donald J. Trump Airport umtaufen lassen. Schliesslich haben auch andere Präsidenten wie John F. Kennedy (in New York City), Ronald Reagan (in Washington) oder Gerald Ford (in Michigan) nach ihnen benannte Flughäfen. Zudem, findet McDowell, bräuchte es am nicht gerade passagierfreundlichen Dulles Flughafen dringend ein paar bauliche Massnahmen. Wer wäre besser dafür geeignet, als Ex-Immobilien-Guru Trump?

5

Trumps Geburtstag als nationaler Feiertag

Die New Yorker Abgeordnete Claudia Tenney (64) schliesslich will Trumps Geburtstag zum nationalen Feiertag machen. Heute schon feiern die Amerikaner am 14. Juni den «Flaggentag» zu Ehren ihrer Sternen-und-Streifen-Flagge.

Keiner der fünf Vorschläge dürfte durch die beiden Parlamentskammern kommen. Alleine schon die eingereichten Gesetzesentwürfe, mit denen republikanische Politiker Trump bauchpinseln wollen, sind einzigartig in der US-Geschichte. Solcherlei Ehrungen werden Präsidenten im Normalfall erst nach ihrem Ableben oder mindestens nach Ende ihrer Amtszeit zuteil. Das alles ähnele einer Vergötterung des Präsidenten, sagt der Historiker Sean Wilentz (74) zu «Politico». «Genau das hat man mit der Amerikanischen Revolution zu bekämpfen versucht.»

Allerdings: Was national kaum umsetzbar sein wird, ist auf lokaler Ebene längst passiert. Hialeah, ein tief-republikanischer Vorort von Miami, hat im Dezember 2024 einen sechs Kilometer langen Abschnitt seiner Hauptverkehrsachse von «Palm Avenue» in «President Donald J. Trump Avenue» umbenannt. Das ist noch nicht Mount-Rushmore-Level Verehrung, aber immerhin ein Anfang.

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