Darum gehts
- Die USA erheben Strafzölle von 31 Prozent, sie treffen Schweizer Exporte hart
- Pharmazeutische Produkte bleiben von den Zöllen ausgenommen
- Die Schweiz exportiert jährlich Waren im Wert von über 30 Milliarden Franken
Donald Trumps Zollhammer trifft die Schweiz mit voller Wucht. Strafzölle von 31 Prozent drückt der US-Präsident Schweizer Firmen aufs Auge, die in die USA exportieren. Die Zölle sind laut Trump eine Reaktion auf die Zölle von 61 Prozent, welche die Schweiz auf US-Produkte erhebe. Wie Trump auf diese Zahl kommt, bleibt sein Geheimnis.
Klar ist aber, dass sein Beschluss massive Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft haben wird. Die Schweiz exportiert jährlich Waren im Wert von über 30 Milliarden Franken in die USA. In kein anderes Land gehen so viele Waren aus der Eidgenossenschaft: Maschinen, Medizintechnik, Uhren, Lebensmittel – und Pharma. Zölle von 31 Prozent machen diese Produkte deutlich teurer für die US-Importeure, viele dieser Produkte verlieren damit sofort an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber solchen aus den USA.
Hunderte Schweizer Firmen betroffen
Vom Zollhammer betroffen sind Hunderte Schweizer Firmen, die mit den USA geschäften. Vom kleinen KMU auf dem Land über den spezialisierten Zulieferer in der Agglomeration bis hin zum Grosskonzern. Sie dürften sich heute zu Krisensitzungen treffen, wie etwa die Firma Thermoplan in Weggis LU. Denn die Folgen von Trumps Zollhammer können weitreichend sein. Schweizer Produkte werden teurer, sie verlieren an Attraktivität. Wenn Aufträge wegbrechen, geraten Arbeitsplätze in der Industrie und Logistik unter Druck.
Weiter können Schweizer Unternehmen auch indirekt unter die Räder kommen. Sie sind als Folge der Globalisierung stark in europäische Industrieprozesse eingebunden. Konkret: Wenn deutsche Autos mit US-Zöllen von 20 Prozent belegt werden, leidet auch die Schweizer Zulieferindustrie. Zudem dürften Investoren in diesen stürmischen Zeiten in den Franken flüchten. Das macht Exporte teurer und drückt die Margen, vor allem bei KMU.
Zu wenig Pharmafabriken in den USA
Das ist bitter. Und doch: Es gibt auch Positives. Trump hätte noch weitergehen können. Ein WTO-Abkommen, das vorsieht, keine Zölle auf Medikamente zu erheben, hat er nicht aufgehoben, wie SRF berichtet. Das sind gute Nachrichten für die Schweiz. Denn pharmazeutische Produkte machen den grössten Teil der Schweizer Exporte in die USA aus. Die bleiben auch künftig von den Zöllen ausgenommen.
Kurz nach Handelsstart an der Schweizer Börse liegen die Papiere von Novartis im Plus (+0,6 Prozent). Die Aktien von Roche verlieren 2,3 Prozent. Lonza ist 0,1 Prozent im Minus.
Doch warum verschont Trump die Pharma? Die USA haben nicht genügend Fabriken im Land, welche die benötigten Medikamente produzieren. Trump will an sich auch Pharmafirmen dazu bringen, in den USA zu produzieren. So will er Jobs schaffen und das Handelsdefizit abbauen. Allerdings ist ihm bewusst, dass man Pharmafirmen nicht so schnell auf der grünen Wiese aus dem Boden stampfen kann. Zudem sind Pharmafachkräfte in den USA Mangelware. Deshalb verschont Trump Pharmakonzerne mit Strafzöllen. Zumindest vorerst.