Immer mehr Firmen, die in den Betrieb des Flughafens Zürich involviert sind, sehen sich mit Personalmangel konfrontiert. Pech oder hausgemacht?
Die Gewerkschaft VPOD Luftverkehr glaubt an Zweiteres. «Seit Jahren brodelt es immer stärker am Flughafen Zürich», schreibt sie in einer Mitteilung. Beinahe jährlich komme es zu Arbeitskonflikten in diversen Branchen. Was nicht falsch ist: Flugpersonal, Gepäckabfertiger und andere Berufsgattungen haben in den vergangenen Jahren hart um Gesamtarbeitsverträge gekämpft. Arbeitskonflikte waren im Flughafenumfeld keine Seltenheit.
Die Bodendienstleister am Flughafen Zürich kämpfen immer noch.
Petition lanciert
Nun erhöht die VPOD den Druck. Sie hat eine «Petition gegen Lohndumping am Flughafen Zürich» lanciert. Diese wurde schon von «Hunderten Mitarbeitenden» der Bodendienstleister am Flughafen Zürich unterzeichnet, so die Gewerkschaft.
Das Problem: Während Swissport im vergangenen Jahr mit den Gewerkschaften einen neuen GAV unterzeichnet hat, gelten für die anderen Abfertigungsunternehmen am Flughafen Zürich keine Regeln. Auch der Flughafen Zürich als gemischtwirtschaftliches Unternehmen mit öffentlichem Auftrag setzt seinen Dienstleistern, denen er eine Abfertigungsbewilligung erteilt, keine Schranken bezüglich der Arbeitsbedingungen.
Die Folge ist ein ununterbrochener Preiskampf auf Kosten der Mitarbeitenden. Es gebe Fälle, bei denen Bodendienstleister Offerten von 20 Prozent unter Marktpreis bei Fluggesellschaften abgegeben haben. Möglich sei dies nur, weil tiefere Löhne bezahlt werden, als sie orts- und branchenüblich sind. Und dies im öffentlichen Auftrag.
Verbindliche Regeln gefordert
Die Petition fordert also nicht primär höhere Löhne, sondern verbindliche Regeln für alle Bodendienstleister am Flughafen Zürich. Der Flughafen Zürich soll die Abfertigungserlaubnis daran koppeln, dass die Unternehmen die orts- und branchenüblichen Arbeitsbedingungen einhalten oder sie selbst einen Gesamtarbeitsvertrag abschliessen.
Mehr zum Flughafen-Personal
Teile der Politik machen mit: Im Gemeinderat in Zürich ist eine schriftliche Anfrage hängig, wie sich die Stadt Zürich als Aktionärin beim Flughafen für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt. Dies vor dem Hintergrund, dass die Stadt Zürich als Flughafen-Aktionärin im Jahr 2022 beinahe 5,5 Millionen Franken an Dividenden erhielt.
Auch im Kantonsrat in Zürich wurde eine Interpellation zu diesem Thema eingereicht. Der Kanton Zürich hält ein Drittel aller Aktien des Flughafens Zürich.