Biden bremste uns bei KI aus – schwenkt Trump nun um?
Jetzt kämpft der Microsoft-Präsident für die Schweiz

Die Biden-Regierung entschied, den Export von KI-Chips in die Schweiz zu begrenzen. Jetzt warnt Microsoft-Präsident Brad Smith vor negativen Folgen – und fordert Trump auf, die Regel zu überdenken. Auch der Bundesrat wehrte sich bereits.
Publiziert: 19:12 Uhr
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Aktualisiert: 22:14 Uhr
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Microsoft-Präsident Brad Smith macht sich Sorgen.
Foto: keystone-sda.ch

Auf einen Blick

  • Biden beschränkt Schweizer Zugang zu KI-Technologie – Microsoft-Präsident kritisiert Entscheidung
  • Schweiz soll nur noch 50'000 KI-Chips pro Jahr erhalten
  • Microsoft warnt vor strategischem Vorteil für China bei KI-Verbreitung
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola ImfeldTeamlead Wirtschaft-Desk

Kurz vor seinem Abgang hat uns Joe Biden (82) noch eins mitgegeben! Der damalige US-Präsident setzte die Schweiz Mitte Januar auf eine graue Liste – und beschränkte so unseren Zugang zu künstlicher Intelligenz (KI). Es geht dabei um Hochleistungs-Chips für KI-Modelle. Anders als Deutschland, England, Frankreich und Co. hat die Schweiz keinen unbegrenzten Zugang mehr – für uns soll es nur noch 50'000 Chips pro Jahr geben.

Aktuell läuft noch eine Gnadenfrist. Experten und Brancheninsider können die geplanten Einschränkungen bis Mitte Mai kommentieren. Dann entscheidet die Regierung von Donald Trump (78) über die Umsetzung. Und da kommt Microsoft-Präsident Brad Smith (66) ins Spiel. In einem öffentlichen Blogbeitrag, über den das «Wall Street Journal» zuerst berichtet hat, kritisiert Smith den Entscheid von Biden. Und wendet sich an Trump.

Microsofts Einsatz für die Schweiz

In der aktuellen Form untergrabe die Regelung zwei Prioritäten der Trump-Administration: «Die Stärkung der Führungsposition der USA im Bereich der KI und die Verringerung des Handelsdefizits der USA in Höhe von fast einer Billion Dollar», so Smith. Bleibe die Biden-Regel unverändert, dann werde China einen strategischen Vorteil bei der Verbreitung seiner eigenen KI-Technologie haben.

Smith macht sich in der Folge für die Schweiz stark: Die Beschränkungen würden US-Technologieunternehmen daran hindern, KI-Rechenzentren in anderen Ländern aufzubauen. «Dazu gehören viele amerikanische Freunde wie die Schweiz», so der Microsoft-Präsident, der auch noch weitere Staaten wie Indien oder Israel aufzählt. «Dies sind Länder, in denen wir und viele andere amerikanische Unternehmen bedeutende Rechenzentren betreiben.»

Warum die Biden-Regierung handelte

Wenn Trump die Biden-Regel nicht umstosse, ist die Folge für Smith klar: «Diese Länder werden dazu ermutigt, sich anderswo nach KI-Infrastruktur und -Dienstleistungen umzusehen. Und es ist offensichtlich, wohin sie sich zuwenden müssen. Bleibt die Regel unverändert, wird sie zu einem Geschenk für Chinas schnell expandierenden KI-Sektor.»

Klar: Microsoft hat ein Eigeninteresse. Die Exportbeschränkungen – unter anderem in die Schweiz – treffen die amerikanischen Tech-Unternehmen, zu denen auch Microsoft zählt. Die ehemalige US-Handelsministerin Gina Raimondo begründete die Einschränkungen Mitte Januar damit, dass die Technologien von gegnerischen Ländern für Nuklear-Simulationen, die Entwicklung von Bio-Waffen und die Stärkung ihres Militärs verwendet werden könnten. Warum aber die Schweiz, die kein militärischer Feind der USA ist, zu den betroffenen Ländern gehört, wurde nicht explizit erläutert.

Guy Parmelin schaltete sich ein

Ende Januar kritisierte Wirtschaftsminister Guy Parmelin (65) den Entscheid der Biden-Regierung in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag»: Die Schweiz sei nun in der zweiten Gruppe eingeteilt, die weniger Chips erhalte. «Diese Einteilung ist schwierig nachzuvollziehen», sagte der Bundesrat. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) würden mit diesen Chips auch Innovationen produziert, die wichtig für die Amerikaner sind. «Das wäre für die USA ein Eigengoal.»

Parmelin sagte im Januar aber auch, dass die Frage der Einstufung Gegenstand von laufenden Gesprächen mit den USA seien. Das Ziel sei die Aufnahme der Schweiz in die Ländergruppe mit unbeschränktem Zugang. Mit Microsoft-Präsident Brad Smith hat der Schweizer Wirtschaftsminister nun einen gewichtigen Unterstützer.

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