Hier krönt sich Wicki zum Schwingerkönig
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Der Innerschweizer machts:Hier krönt sich Wicki zum Schwingerkönig

Wicki hält sich bedeckt
Hört der Schwingerkönig nach dem ESAF auf?

Am Samstag startet Schwingerkönig Joel Wicki die Mission Titelverteidigung. Dafür hat er im Winter gewisse Dinge verändert.
Publiziert: 00:01 Uhr
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Schwingerkönig Joel Wicki schaut auf einen perfekten Winter zurück.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Schwingerkönig Joel Wicki startet am Samstag in seine Saison
  • Nach der Enttäuschung am Jubiläumsfest hat er einige Dinge umgestellt
  • Von einem möglichen Rücktritt will er bis zum Saisonende nichts wissen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Die Fans von Schwingerkönig Joel Wicki (28) sind in diesen Tagen emotional hin- und hergerissen. Einerseits freuen sie sich auf den Saisonstart ihres Lieblings am Samstag in Sursee LU. Andererseits fürchten sie sich vor einem möglichen Rücktritt Ende Saison.

Gerüchten zufolge hängt Wicki nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) seine Zwilchhosen an den Nagel. Der Auftritt in Mollis GL Ende August als krönender Abschluss einer grossartigen Karriere? Darauf angesprochen hält sich der Landwirt bedeckt. «Mein ganzer Fokus gilt dem ESAF», erklärt Wicki. 

Drei Wochen nach dem Saisonhighlight tritt der Luzerner beim Tessiner Kantonalen an. «Danach setze ich mich mit meinem engsten Umfeld an einen Tisch. Dort besprechen wir, wie es weitergeht.» Eine der wichtigsten Bezugsperson für Wicki ist Trainer und Freund Daniel Hüsler. Auch der dreifache Eidgenosse lässt sich alle Zukunftsoptionen offen.

Wicki verärgert über Teamleistung

Vorerst will sich das Erfolgsduo auf die Verteidigung des Schwingerkönigstitels konzentrieren. Dass Wicki auf dem richtigen Weg ist, bewiesen die Krafttests Mitte März in Magglingen BE. Dort erzielte er vergleichbare Werte wie im Königsjahr 2022. «Ich bin perfekt durch den Winter gekommen. Kleinere Blessuren sind bei den vielen intensiven Einheiten normal.» 

Einmal mehr profitierte Wicki von den WK-Einheiten in Magglingen. Dort griff er unter anderem mit dem letztjährigen Saisondominator Fabian Staudenmann (24) zusammen. Während der Berner das Jubiläumsfest gewann, reiste Wicki enttäuscht aus Appenzell ab. 

Im letzten Gang unterlag der 69-fache Kranzgewinner dem späteren Co-Sieger Fabio Hiltbrunner (19). Zuvor stellte er gegen Samuel Giger (27) und Damian Ott (25). Seine Leistung gab ihm zu denken. «Ich war enttäuscht von mir selbst», sagt Wicki und ergänzt: «Zudem hätten wir uns als Innerschweiz besser präsentieren sollen. Die Teamleistung ärgerte mich zusätzlich.» Als bester Innerschweizer klassierte sich Lukas Bissig (21) auf dem geteilten fünften Rang. 

Innerschweizer auf dem richtigen Weg

Nach dem schlechten Abschneiden seines Teilverbands hat er verschiedene Veränderungen angestossen. «Ich habe nicht nur kritisiert, sondern auch Lösungen geliefert.» Für besonders viele Diskussionen sorgten die Betreuer. Gegenüber Blick äusserten mehrere Athleten ihre Unzufriedenheit. «Es ist nun alles noch professioneller», zeigt sich Wicki zufrieden. 

Auch die Qualität der Trainings habe sich verbessert. «Wir sind auf dem richtigen Weg.» Gleichzeitig betont Wicki, dass er auch sehr selbstkritisch gewesen sei. «Ich habe alles hinterfragt und analysiert.» Daraus resultierten einige Anpassungen im Athletiktraining.

Eine zusätzliche Motivationsspritze

Coach Hüsler hat Elemente aus dem Ringen einfliessen lassen. Als mehrfacher Schweizer Meister profitiert er von seinem grossen Netzwerk. «Ich habe mir Dinge von den Russen oder den Amerikanern abgeschaut und aufs Schwingen adaptiert. So konnten wir neue Reize setzen.»

Die Enttäuschung vom Jubiläumsfest diente dabei als zusätzliche Motivationsspritze. Sein Wille, sich ständig zu verbessern, zeigt sich jeweils am Sonntagmorgen. Zuerst geht Wicki in den Stall, dann fährt er ins Sport Rock nach Willisau LU zum Athletiktraining, das um 9 Uhr beginnt. «Andere wären vielleicht wieder ins Bett gegangen», meint er schmunzelnd. 

Wicki verrät privaten Traum

Je näher das ESAF rückt, desto weniger will er sich mit anderen Dingen beschäftigen. «Aber ich brauche die Arbeit daneben. Wenn es im Schwingen einmal nicht so gut läuft, hat man etwas anderes, worüber man sich freuen kann. Das ist mir sehr wichtig.»

Geht es nach Wicki, soll ihm in Zukunft noch etwas anderes oder besser gesagt jemand anderes ganz viel Freude bereiten: «Ich wünsche mir eine Familie.» Ob ihn sein Kind noch im Sägemehl erleben wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass er bestens vorbereitet ans ESAF nach Mollis GL reisen wird. Und dann ist alles möglich – im Sägemehl und daneben.

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