Darum gehts
- Mathias Flückiger startet als frischgebackener Vater in die Mountainbike-Saison
- Flückiger plant, Familie oft zu Rennen und Trainingslagern mitzunehmen
- 36-jähriger Olympia-Zweite bereitet sich mit speziellen Hitzetrainings auf Brasilien vor
Obwohl Mathias Flückiger (36) einer der routiniertesten Fahrer im Mountainbike-Feld ist, wird sein Auftritt an diesem Wochenende beim Saisonauftakt in Brasilien zur Premiere. Der Berner fährt sein erstes Weltcup-Rennen als Vater.
Es war am Valentinstag, als Flückiger und seine Freundin Lisa Locher die Geburt von Töchterchen Mina verkündeten. Die Geburt fiel also mitten in die Saisonvorbereitung. «Natürlich hat es mich in den ersten drei, vier Wochen beeinflusst. Aber es war nicht so, dass mein Training ernsthaft beeinträchtigt worden wäre», sagt Flückiger und fügt strahlend an: «Es gibt mir ja auch Energie. Ich habe extrem Freude an diesem kleinen Wesen!»
Flückiger schwelgt im Baby-Glück. In seiner vom Velo dominierten Welt gibts nun plötzlich einen ganz neuen Fokus. Ist beim Olympia-Zweiten von 2021 nun der Sport weniger wichtig geworden? «Nein, meine Motivation und meine Ziele sind die gleichen geblieben. Mit unserem Baby ist einfach eine neue Dimension dazugekommen.»
Die Flückigers werden oft zu dritt vor Ort sein
Als Flückiger an der Teampräsentation seines Thömus-Maxon-Rennstalls mit Blick spricht, sind auch Freundin Lisa und die kleine Mina vor Ort in Disentis GR dabei. Das ist dem Familienmenschen wichtig. «Auch meine Eltern haben uns Kinder schon überallhin mitgenommen.» Deshalb plant die junge Familie, auch in der Saison 2025 trotz Rennkalender möglichst viel Zeit gemeinsam zu verbringen. Ob bei den Auslandrennen in Europa, beim geplanten, langen Trainingslager im Sommer im Engadin oder im September an der Heim-WM in Crans-Montana VS – die Flückigers werden meistens zu dritt aufkreuzen: «Es ist mir wichtig, dass sie dabei sind.»
Die Ausnahme sind die Destinationen mit Flügen. Wie eben jetzt zum Start mit den zwei Weltcup-Events hintereinander im brasilianischen Ort Araxa. Flückiger ahnt, dass sich Tochter Mina in den Tagen bis zu seiner Rückkehr bereits wieder weiterentwickelt haben wird.
Bis zum ersehnten Wiedersehen hat Flückiger in Brasilien aber viel vor. Auch wenn Araxa nicht in der tropischen Küstenregion Brasiliens liegt, sondern im etwas trockeneren Hinterland, hat sich der Oberaargauer mit Hitzetrainings auf den Südamerikatrip vorbereitet. Wie? Indem er sich beim Training in der Schweiz so anzieht, dass extremes Schwitzen provoziert wird. «Ich ziehe diese Einwegmaleranzüge mit Kapuze an. Das sieht etwas seltsam aus, erfüllt aber den Zweck», schildert Flückiger. So könne man den Körper an die feuchte Hitze gewöhnen. «Ich kontrolliere jeweils die Körpertemperatur. Der Effekt ist spürbar, mit regelmässigem Hitzetraining steigt die Temperatur später an und der Körper bleibt länger leistungsfähiger.»
Flückiger will in der brasilianischen Hitze ganz cool bleiben – Daddy Cool eben.