Darum gehts
- Mountainbike-Talent Sven Sommer erhält Diagnose einer bikuspiden Aortenklappe
- Operation geplant, Rückkehr zum Leistungssport möglich
- 18-jähriger Junioren-Europameister trainiert derzeit mit E-Bike und Kraftübungen
Es sind gerade mal sieben Monate vergangen, seit das Schweizer Mountainbike-Talent Sven Sommer einen Meilenstein feiern konnte. Junioren-Europameister im Shorttrack. Die Zukunft konnte kaum verheissungsvoller sein.
Jetzt ist alles anders. Der 18-jährige Sommer hat einen herben Rückschlag zu verdauen. Und Sport ist zur Nebensache geworden.
Bei einer Untersuchung hört der Arzt zufällig auch das Herz von Sommer ab. Dabei wird ein Rauschen entdeckt. Die Diagnose nach weiteren Untersuchungen: bikuspide Aortenklappe. Das bedeutet, dass die Aortenklappe nur zwei statt, wie üblich, drei Taschen besitzt. Dadurch kann die Klappe nicht ganz geschlossen werden, weshalb ein Teil des Blutes wieder zurückfliesst. Das Herz muss deswegen im nächsten Schlag mehr Blut pumpen, wodurch es sich stetig vergrössert.
«Wenn es gleich gut ist wie davor, bin ich zufrieden»
Für Sommer ist die Diagnose ein grosser Schock gewesen. «Ich habe nicht gewusst, ob ich wieder Rennen fahren kann, ob ich trainieren darf oder überhaupt noch auf den Bus rennen kann, wenn ich muss», sagt der St. Galler an der Mannschaftspräsentation des Teams Thömus Maxon gegenüber Blick.
Das Positive: Beim 18-Jährigen wurde der Herzklappenfehler genügend früh bemerkt, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Karriere nach einer Operation fortsetzen kann, ziemlich hoch ist. «Bei mir ist der Herzmuskel noch nicht beschädigt. Das Herz ist noch in einer Grösse, bei der es sich nach einer Operation wieder zurückbildet», erklärt Sommer.
Stattfinden wird der Eingriff voraussichtlich in den nächsten zwei Monaten. Wann er anschliessend wieder in den Leistungssport zurückkehren kann, ist aber noch nicht klar: «Es kann sechs Monate gehen oder auch nur drei.» Für den Junioren-Europameister sei das momentan aber zweitrangig. «Wenn es nachher nur schon gleich gut ist wie davor, bin ich zufrieden.»
«Freue mich auf die OP»
Die Zeit seit seiner Diagnose im Dezember ist für Sommer schwierig gewesen. Statt der Vorbereitung auf die neue Saison steht plötzlich ein Herzfehler im Mittelpunkt. Der St. Galler freue sich deshalb auf die OP. «Nicht weil ich operiert werden muss, sondern weil ich danach wieder ein neues Ziel habe, auf das ich hinarbeiten kann.»
Trotzdem hält sich der Junioren-Europameister mit Krafttraining fit. Ausserdem trainiert er mit dem E-Bike, um an der Technik zu arbeiten. Auf Ausdauertraining verzichtet der 18-Jährige hingegen: «Ich hätte kein gutes Gefühl, weil ich weiss, dass es schädlich sein kann. Darum lasse ich es jetzt lieber sein, dafür kann ich nach der Operation wieder mit 100 Prozent dabei sein.»