Auf einen Blick
- Neues Schweizer Frauen-Radteam Nexetis vorgestellt
- Junge Talente sollen gefördert werden
- Team mit internationaler Ausrichtung und Mountainbikerinnen
Seit zwei Monaten bedecken dunkle Wolken den Schweizer Rad-Himmel. Der Grund? Klar: Der tragische Tod Muriel Furrers bei der WM in Zürich – sie wurde nur 18 Jahre alt. An diesem späten Novembertag im Even-Lokal Aura sind in der Limmatstadt aber wieder einmal fröhliche Gesichter von Velofahrerinnen zu sehen. Das neue Schweizer Frauen-Team wird den Medien vorgestellt.
Es heisst Nexetis, ist ein Continental Team (dritthöchste Kategorie), international tätig und soll elf aufstrebenden Athletinnen den Aufstieg in die World Tour ermöglichen. «Es ist kein Millionen-Team. Aber darum geht es nicht. Wir wollen in den Frauen-Radsport in der Schweiz investieren und den jungen Talenten den Sprung nach oben ermöglichen», sagt Thomas Peter. Er ist nicht nur Geschäftsführer von Swiss Cycling, sondern auch VR-Präsident der Fastandfemale Team AG, welche eigens für Nexetis gegründet wurde.
Nun wird manch einer fragen: Was heisst Nexetis? Beim Begriff handelt es sich um eine Kombination aus dem lateinischen Nexus (Verbindung), dem englischen Next und dem griechischen Ethos. Sportchef Edi Telser erklärt, warum Nexetis als Name wie die Faust aufs Auge passt: «Wir haben auch Mountainbikerinnen im Team, die eine Ausbildung auf der Strasse brauchen. Das ermöglichen wir.»
Teilnahme an Tour de Suisse angestrebt
Weil es nicht genügend Rad-Talente in der Schweiz gibt, sind auch einige Fahrerinnen aus anderen Ländern dabei – unter anderem drei aus Japan. «Wir brauchen sie, damit wir genügend Starterinnen für gewisse Strassenrennen haben.» Angestrebt werden unter anderem Teilnahmen an der Tour de Suisse und Tour de Romandie. Das Nationalteam, welches bislang an den Rennen startberechtigt war, wird dagegen nicht mehr dabei sein – es war in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, eine Berechtigung zu erhalten.
Dann wird auch Jasmin Liechti (22) mit dabei sein – das Rad-Multitalent wurde U23-Vize-Weltmeisterin im Zeitfahren. Sie hatte auch Angebote von grossen Rad-Equipen, entschied sich aber für das Schweizer Team. «Hier bekomme ich Raum und Zeit, um mich zu entwickeln, ohne dass der Resultatdruck zu gross wird», so die Bernerin.