CC schlägt Alarm
«Der FC Sion ist in grosser Gefahr»

Der FC Sion ziert das Tabellenende der Tabelle 2025. Statt um die Championship Group zu fighten, hat ein Kampf ums nackte Überleben begonnen. Dennoch denkt CC nicht mal daran, Trainer Didier Tholot auszuwechseln.
Publiziert: 04.03.2025 um 00:02 Uhr
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Aktualisiert: 04.03.2025 um 07:11 Uhr
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CC will nicht an Trainer Didier Tholot rütteln, appelliert aber ans Bewusstsein von Staff und Spielern.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • FC Sion ist in grosser Gefahr, Trainer Tholot aber absolut kein Thema
  • Constantin sieht externe Gründe und fehlende Leistungsträger als Probleme
  • Sion holte nur 4 von 24 möglichen Punkten in der Rückrunde
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Alain KunzReporter Fussball

Blick: Christian Constantin, der FC Sion ist das schlechteste Rückrundenteam …
Christian Constantin: Stellen Sie sich vor: Das weiss ich auch. Es geht in eine sehr schlechte Richtung. Wir haben vier von vierundzwanzig möglichen Punkten gemacht. Wir sind in Gefahr. In grosser Gefahr!

Was ist passiert nach den drei Siegen zu Ende der Vorrunde?
Es gibt drei externe Gründe. Zum einen die läppischen Eigentore, die wir uns gegen Basel und Luzern reingehauen haben. Die gehen auf keine Kuhhaut. Dann haben wir viele Punkte in den letzten Minuten verloren. Und der Spielplan ist uns nicht wohlgesonnen. Wir haben drei der vier Topteams zweimal auswärts. Nur Lugano kommt zweimal ins Tourbillon.

Okay. Aber das reicht doch nicht, um diese miserable Bilanz zu erklären.
Nein, natürlich nicht. Meine Leute müssen sich endlich bewusst werden, dass man eine Meisterschaft mit Punkten und nicht mit Worten bestreitet.

Das wars?
Nein. Da war dann doch dieses Spiel gegen GC zum Rückrundenstart. Wir sind früh ein Mann mehr. Wir spielen auf ein Tor. Aber wir vergeben Chance um Chance. Bua verletzt sich. GC macht mit dem einzigen Angriff ein Tor. Und Didier (Tholot, die Red.) macht den Fehler, Anton Mirantschuk zu spät ins Spiel zu bringen. Wir verlieren einen Match, den wir hätten drei zu null gewinnen müssen. Dieses Resultat hat alles in falsche Bahnen gelenkt.

Die Jahrestabelle 2025 nach acht Runden
  1. Servette 16
  2. Basel 15
  3. YB 14
  4. Luzern 14
  5. Zürich 12
  6. GC 11
  7. Lugano 11
  8. St. Gallen 11
  9. Yverdon 8
  10. Lausanne 7
  11. Winterthur 7
  12. Sion 4
  1. Servette 16
  2. Basel 15
  3. YB 14
  4. Luzern 14
  5. Zürich 12
  6. GC 11
  7. Lugano 11
  8. St. Gallen 11
  9. Yverdon 8
  10. Lausanne 7
  11. Winterthur 7
  12. Sion 4

Ich nenne Ihnen noch zwei Gründe: Es fehlen die beiden wichtigsten Spieler der Vorrunde, beginnend mit dem charismatischen Abwehrchef Joël Schmied, der nicht ersetzt wurde.
Klar war er sehr wichtig und stark. Deshalb ist er in Köln nun auch Stammspieler. Aber das alleine reicht mir als Grund nicht. Ein Spieler alleine kann nie der Grund sein.

Schmied ist auch nicht alleine. Es fehlt der Agressivleader im Mittelfeld: Baltazar, der sich in der Vorbereitung verletzt hat. Er ist ein klassischer Spieler der Sorte, dessen Wert einen erst richtig bewusst wird, wenn er fehlt.
Auch das stimmt. Baltazar fehlt an allen Ecken und Enden. Doch auch er ist nur ein einzelner Spieler.

Wie ist der Zwist um seine Vertragsverlängerung ausgegangen. Hat er nun unterschrieben?
Natürlich! Sein neuer Vertrag läuft bis 2028. Wir haben ihm nochmals alles dargelegt. Er arbeitet wie verrückt an seinem Comeback und sollte nach der Nati-Pause Ende Monat zurück im Team sein.

Christian Constantin persönlich

Christian Constantin, bekannt als CC, wird am 17. Januar 1957 in Martigny VS geboren. Seine Familie stammt aus Ayent VS, einem Dorf nahe der Skiregion Anzère. Er macht eine Lehre als Bauzeichner. Mit 22 gründet er sein eigenes Architekturbüro. Von 1978 bis 1980 ist er Fussballprofi bei Xamax und Lugano, als Goalie, doch zu mehr als gut 20 Einsätzen reicht es ihm nicht, meistens ist er Ersatz. Seine ersten 50'000 Franken investiert er in Immobilien. Seine Firma wächst schnell und wird zum Imperium.

Heute baut er Riesenprojekte in der ganzen Schweiz. Er selber gibt an, weit über eine Milliarde Franken Vermögen zu haben. Gleichzeitig präsidiert er zweimal den FC Sion, von 1992 bis 1997 und seit 2003, nachdem er den Klub gekauft hatte. Er holt einen Meistertitel und sieben Cupsiege. Legendär sind sein Trainerverschleiss, seine Streitlust und seine Eskapaden. So, als er einen Schiri-Assistenten im Kabinengang umgrätscht oder Ex-Nati-Coach Rolf Fringer ein paar Ohrfeigen verpasst. CC hat drei Kinder. Sein Sohn Barthélémy (30) ist seit zehn Jahren Sportchef des FC Sion.

Christian Constantin, bekannt als CC, wird am 17. Januar 1957 in Martigny VS geboren. Seine Familie stammt aus Ayent VS, einem Dorf nahe der Skiregion Anzère. Er macht eine Lehre als Bauzeichner. Mit 22 gründet er sein eigenes Architekturbüro. Von 1978 bis 1980 ist er Fussballprofi bei Xamax und Lugano, als Goalie, doch zu mehr als gut 20 Einsätzen reicht es ihm nicht, meistens ist er Ersatz. Seine ersten 50'000 Franken investiert er in Immobilien. Seine Firma wächst schnell und wird zum Imperium.

Heute baut er Riesenprojekte in der ganzen Schweiz. Er selber gibt an, weit über eine Milliarde Franken Vermögen zu haben. Gleichzeitig präsidiert er zweimal den FC Sion, von 1992 bis 1997 und seit 2003, nachdem er den Klub gekauft hatte. Er holt einen Meistertitel und sieben Cupsiege. Legendär sind sein Trainerverschleiss, seine Streitlust und seine Eskapaden. So, als er einen Schiri-Assistenten im Kabinengang umgrätscht oder Ex-Nati-Coach Rolf Fringer ein paar Ohrfeigen verpasst. CC hat drei Kinder. Sein Sohn Barthélémy (30) ist seit zehn Jahren Sportchef des FC Sion.

Wie stehts um Ihre Star-Winter-Zuzüge? Benjamin Kololli ist bisher Ihr bester Spieler, trotz des Gaga-Eigentors in Basel. Was ist dem Serie-A-erfahrenen Federico Barba? Von den drei letzten Spielen hat er zwei nicht gemacht.
Seine Leistungen waren bislang korrekt.

Begeisterung tönt anders. Und Pajtim Kasami? Er kommt in Basel nach einer Stunde rein und muss ein paar Minuten später wieder raus. Was war da los?
Er hatte leichte muskuläre Probleme. Pajtim ist nicht fit. Und wenn er nicht fit ist, nützt er uns nichts. Er ist ein Spieler, der sich über die Physis definiert. Zum Glück ist bald Nati-Pause. Da können wir ihn körperlich auf Vordermann bringen. Nach dieser Pause sollten wir einen anderen Kasami sehen.

Zurück zum Coach, Sie werfen ihm vor, Mirantschuk gegen GC nicht richtig eingesetzt zu haben. Ein happiger Vorwurf. Ist Tholot in Gefahr?
(lacht) Didier? Niemals. Ich werde den Trainer nicht wechseln. Es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass sich ein Trainer irrt. Deshalb sind wir in ständigem Austausch. Ich habe ihm nochmals mit Nachdruck zu verstehen gegeben, dass er den Spielern dieses Bewusstsein der grossen Gefahr vermitteln muss. Und dass nun ultimativ Punkte hermüssen.

Wenn man die beiden Letzten, also Winterthur und Yverdon, wie die Irren fighten sieht, so vermittelt der FC Sion nicht denselben Eindruck.
Eben. Aber nehmen wir die ersten fünfzehn Minuten des Spiels in Basel. Wir spielen den FCB an die Wand. Haben eine Topchance. Machen das Tor, das leider offside war. Und dann kommt dieses irre Eigentor – und alles bricht zusammen. Das darf nicht sein. Nun muss fertig sein mit Reden.

Haben Sie selber zu den Spielern gesprochen?
Ich? Nein! Dafür habe ich einen Staff mit Didier an der Spitze.

Was macht Sie optimistisch, dass Sion nicht vollends in den Abstiegssumpf rutscht?

Dass wir drei der vier nächsten Spiele im Tourbillon austragen. Fünf unserer acht Siege haben wir zu Hause geholt. In der Rückrunde haben wir bislang null Punkte geholt. Die gesamte Rückrunde entscheidet sich im März.

Credit Suisse Super League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Basel
FC Basel
30
29
52
2
Servette FC
Servette FC
30
9
51
3
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
11
49
4
FC Luzern
FC Luzern
30
8
48
5
FC Lugano
FC Lugano
30
5
48
6
FC Zürich
FC Zürich
30
1
46
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
5
41
8
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
1
40
9
FC Sion
FC Sion
30
-7
35
10
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
30
-18
32
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-13
27
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-31
23
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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