Im ersten Training hatte der orange WM-Favorit McLaren-Mercedes gezeigt, dass man vor zwei Wochen in der Wüste mit den Plätzen 9 und 13 geblufft hatte. Norris (1.) und Piastri (4.) waren jeweils bei ihren schnellsten Zwischenzeiten vom Gas gegangen.
Bearman crashte – Hülk glänzte
Mit einem Crash von Oliver Bearman (19) in der 38. Minute mit dem Haas-Ferrari und einem spektakulären Ausritt von George Russell im Mercedes war die Story der ersten 60 Minuten geschrieben.
Eher bescheiden war in den ersten 60 Minuten der Auftritt von Sauber, wo sich Teamleader Nico Hülkenberg (37) gegen den brasilianischen Formel-2-Meister Gabriel Bortoleto (20) erstmals warm anziehen musste. Bevor der Deutsche (2024 WM-Elfter) seine Qualitäten im zweiten Teil des Tages ausspielte und als guter Achter die Schwächen des C45 einfach überfuhr.
Die Probleme überfahren ...
Dies gelingt sonst eigentlich nur dem Holländer Max Verstappen (27). Der vierfache Weltmeister ist unter allen Bedingungen ein Ausnahmetalent.
Sein Entdecker Helmut Marko (81): «Wenn ihm Red Bull ein Auto hinstellt, das einigermassen läuft, holt er den fünften WM-Titel.» Die Frage ist nur: Wie «schlecht» ist das Auto? Teamkollege Lawson hat schon mal die ersten Ohrfeigen kassiert.
«Es gibt nur einen Druck»
Im Mittelpunkt stand am ersten Tag Ferrari-Neuling Sir Lewis Hamilton (40). Das erste Duell gegen den drittplatzierten Charles Leclerc (27) hat der Brite als Zwölfter mal verloren – um 0,6 Sekunden!
Hamilton, vielleicht der einzige Superstar im GP-Zirkus, sagt klar: «Ich muss keinem Menschen auf der Welt noch etwas beweisen. Es gibt nur den Druck, den ich mir selbst mache. Und der ist zehnmal grösser als der von aussen.»
Leclerc lässt Lewis stehen
Nun, am Nachmittag kam Hamilton näher an den Monegassen heran, verlor nur noch 0,42 Sekunden auf Leclerc, der als Tagessieger grüsste. Ist er in der Qualifikation vom Samstag (06.00 Uhr MEZ, TV live) auch der Pole-Favorit?
Die beiden McLaren dürften da ein gewichtiges Wort mitreden. Hamilton, Verstappen oder ein Racing-Bulls-Pilot wären fast eine Sensation.
Mercedes im Mittelfeld
Zu den «Verlieren» der ersten zwei Stoppuhr-Tests des Jahres gehörten die beidem Mercedes-Piloten. Russell, am letzten Bahrain-Testtag noch Schnellster, tut sich schwerer als erwartet. Wie Antonelli, der mit 18 Jahren, sechs Monaten und 18 Tagen der drittjüngste GP-Fahrer ist. Nur Verstappen (17 Jahre und 166 Tage) sowie Stroll (18 Jahre und 148 Tage) waren noch jünger.
Sauber-Fans hoffen
Bei Sauber, wo man nach den missglückten Bahrain-Tests den ersten Tenü-Sponsoren-Wechsel beim Auto, den Overalls und den Mitarbeitern vornehmen mussten (Kick für Stake), war nach 30 Minuten noch kein Aufwärtstrend auszumachen.
Doch im zweiten Training zeigte Hülkenberg, warum ihn Sauber und Audi trotz 227 Rennen ohne Podest ins Boot geholt haben. Der Deutsche ist immer für einige Extra-Zehntel gut. Diesmal waren es 0,7 gegenüber Bortoleto.
4. Tsunoda. 6. Hadjar
Bahrain-Testsieger Carlos Sainz (30) lag im Williams-Mercedes am Morgen noch an zweiter Stelle. Dann ging es mit Teamkollege Albon ins Mittelfeld. Doch Williams, 2024 noch WM-Vorletzter, wird öfters für Furore sorgen.
Eine Sensation waren Tsunoda (4.) und Rookie Hadjar (6.) im Racing Bulls-Honda. Das schönste Formel-1-Auto ist auch superschnell.