Energieanfall von Hofer als Anfang vom Ende für den Meister
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EHC Biel – Genf-Servette 2:2:Energieanfall von Hofer als Anfang vom Ende für den Meister

Servette verpasst die Playoffs, macht aber kein Drama draus
Der Meister ist raus – und keiner motzt

Champions League gewonnen, Playoffs verpasst. Die Gründe? Da fischen selbst Direktbeteiligte im Trüben.
Publiziert: 10.03.2024 um 17:07 Uhr
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Sagt alles: Die Fans bedanken sich nach dem Out und wünschen schöne Ferien.
Foto: Estelle Vagne/freshfocus
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Für den Fall von bitteren Enttäuschungen haben viele Sportklubs ein paar Standardsätze im PR-Repertoire: Grossspurig werden dann tiefschürfende und schonungslose Analysen angedroht, die aber natürlich viel Zeit brauchen.

Oft geschieht danach nichts. Was häufig auch kein Problem ist, weil die Dirigenten meist selbst nicht wissen, was da genau passiert ist.

Champions League als Ausrede?

Bei Servette lautet die verlässlichste Antwort: Die Champions League hat uns Kraft gekostet, deshalb konnten wir in der Meisterschaft nicht mehr reagieren. Genfs Sportchef Marc Gautschi (41), ein Mann, der seine Worte stets mit Bedacht wählt, sagt dazu: «Wir haben aber schon im November nicht gut ausgesehen, und bis dahin hatten wir nur zwei Spiele mehr als andere.» Für die Champions League sei die Mannschaft tatsächlich an die Reserven gegangen, aber «wir haben den Start der Meisterschaft verschlafen». «Alle, die in den Top-6 gelandet sind, waren von Beginn an vorne dabei.»

War es vielleicht der Meister-Blues, dieser oft zitierte, aber durch keine Statistik der Welt messbare emotionale Zustand, der Servette die Playoffs gekostet hat? Tatsächlich hat die Mannschaft viel Energie in die Champions League investiert. Nach dem Sieg hat dann vielleicht auch etwas die Motivation gefehlt, in der Meisterschaft nochmals an die Reserven zu gehen. «Es ist gut für die Liga, dass der Meister draussen ist», sagt Gautschi. «Wir waren nicht bereit für die 52 Spiele der Regular Season. Und wenn du in dieser Liga nicht bereit bist, dann reicht es eben nicht.»

Der Kreis der Verdächtigen ist klein

Aber der Meister geht nicht mit leeren Händen. Das macht es wohl auch noch schwieriger, bei der Analyse einen wunden Punkt im Gefüge zu finden: Die Energie, die in die Champions League floss, wurde mit einem weiteren Triumph belohnt. In einer solchen Situation befand sich bisher erst einmal ein Schweizer Meister: die ZSC Lions in der Saison 2008/2009. Für die Zürcher war danach im Viertelfinal Schluss. 

Auch in Genf will man sich nun in Ruhe hinsetzen und rausfinden, wer oder was genau für dieses frühe Ausscheiden verantwortlich ist. Der Kreis der Verdächtigen ist gemäss Gautschi überschaubar: «Es ist allein unsere Schuld, dass wir rausgeflogen sind.»

(Mitarbeit: Matthias Davet)

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National League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Lausanne HC
Lausanne HC
49
32
97
2
ZSC Lions
ZSC Lions
47
37
88
3
SC Bern
SC Bern
49
21
85
4
EV Zug
EV Zug
48
35
82
5
HC Davos
HC Davos
48
19
80
6
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
48
3
76
7
EHC Kloten
EHC Kloten
48
-17
70
8
SCL Tigers
SCL Tigers
48
7
70
9
EHC Biel
EHC Biel
48
0
67
10
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
49
-15
67
11
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
48
-16
64
12
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
48
-13
62
13
HC Lugano
HC Lugano
49
-26
60
14
HC Ajoie
HC Ajoie
49
-67
46
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