HCD-Lemieux erwischt Linesman mit Kinnhaken
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Restausschluss:HCD-Lemieux erwischt Linesman mit Kinnhaken

Lemieux scheidet die Geister
Amnestie für den Käfigkämpfer!

Einer langt zu, ein Schiedsrichter liegt am Boden. Warum mischen sich die gestreiften Spassbremsen immer ein? Ein Plädoyer für einen, der macht, was man von ihm erwartet.
Publiziert: 10:34 Uhr
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Kollateralschaden Schiedsrichter: Beim Zweikampf mit Baltisberger erwischt Lemieux den Linesman an der Backe.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

  • Brendan Lemieux bringt Zielstrebigkeit und Bereitschaft zum Hinlangen mit
  • Lemieux sorgt für Rabatz, ist kein Torhüter oder Defensivstürmer
  • 29-jähriger Stürmer wurde wegen Kinnhaken gegen Linesman gesperrt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Zielstrebiger Ausländer gesucht, der Tore erzielen oder verhindern kann. So wird das Anforderungsprofil für einen Job in der National League in der Regel definiert. Da werden vielleicht noch ein paar HR-Floskeln wie «sollte ein akribischer Arbeiter sein» oder «muss charakterlich zu unserem Verein passen» dazugestellt, weil ansonsten die Pressemitteilung mit dem Vollzug des Transfers etwas gar dünn ausfallen würde.

Pulverdampf weg, Schiedsrichter am Boden

Bei Brendan Lemieux hat der HC Davos offensichtlich etwas anderes gesucht. Viele Tore hat der bullige Stürmer nie erzielt, ein Torhüter ist er nicht und zum Defensivstürmer taugt er nicht. Was der 29-Jährige mitbringt, ist eine Art von Zielstrebigkeit und die Bereitschaft, hinzulangen.

Nun ist die National League aber keine Prügelliga, und wenn sich zwei am Kragen packen, mischt sich zum Verdruss aller schnurstracks eine der gestreiften Spassbremsen ein. So will es die Liga. Damit verbunden ist aber das Risiko, dass sich die vorwitzigen Linienrichter (nie ein Headschiedsrichter, die halten sich da raus) im Getümmel eine fangen. Und weil unsere Linienrichter im Vergleich zu ihren robusten Branchenkollegen in der NHL meist eher zerbrechlich wirken, bedeutet das: Wenn sich der Pulverdampf verzogen hat, liegt ein Schiedsrichter am Boden. Und dann gibts Ärger, wie zuletzt für ebendiesen Lemieux, der im Infight mit einem Zürcher (Baltisberger) die Backe des Linienrichters erwischte statt das Kinn des Gegners.

Justiz ist blind – das wurde zuletzt bestätigt

Die Justiz ist in der Theorie ja blind, was die Sportjustiz im Schweizer Eishockey zuletzt in der Praxis bestätigt hat (Fall Bayreuther, Linienrichter umgemäht, straffrei), aber zwischendurch schaut sie eben doch ganz genau hin.

Das ist ja auch richtig so, aber: Es muss Nuancen geben. Wenn sich ein Ref viel zu früh in ein Handgemenge einmischt und dann getroffen wird, sollten für den Übeltäter mildernde Umstände gelten. Noch wichtiger: Wir wollen Lemieux auf dem Eis sehen. Der sorgt für Rabatz, das ist kein Baumumarmer. Amnestie für den Käfigkämpfer! Der HCD hat gefunden, was er gesucht hat, und alle sind zufrieden. Oder fast alle. Nur die Quartalszahlen-Tyrannen unter den Fans gehen leer aus: Tore schiesst der keine.

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