Darum gehts
- HCD-Spieler Lemieux trifft Linesman unabsichtlich bei Gerangel mit ZSC-Spieler
- Lemieux bezeichnet den Vorfall als Unfall und hofft auf Wohlergehen des Linesmen
- Linesman musste für das Schlussdrittel ausgewechselt werden, Ersatz kam zum Einsatz
Zu Schulden kommen lassen hat sich HCD-Raubein Brendan Lemieux im dritten Halbfinal-Duell gegen den ZSC nichts Übertriebenes oder Kopfloses. Trotzdem wandert er in der 38. Minute in die Garderobe.
Das ist passiert: Vor dem HCD-Kasten kommts zu einem Gerangel. ZSC-Aggressivleader Chris Baltisberger und Lemieux geraten aneinander. Der Zürcher packt und rupft den Davoser am Kragen, den muss man nicht zweimal bitten.
Doch just als Lemieux zum Rückschlag ausholt und sich befreien will, schiebt sich Linesman Dominik Altmann zwischen die beiden Brocken. So gibt es die Liga vor, die Linesmen sollen Prügeleien schnellstmöglich unterbinden. Altmann streckt dabei etwas unbedarft seinen Kopf zwischen die geladenen Spieler, Lemieux' Schlag trifft den Offiziellen am Kinn. Er sackt aufs Eis.
«Die Refs machen ihren Job, das passiert manchmal»
Dass ausgerechnet Lemieux so etwas passiert, bestätigt die Kritiker solcher Rollenspieler. Dabei steckt hinter dem Kinnhaken des 29-Jährigen keinerlei böse Absicht. Dem Ex-NHL-Stürmer hat man zwar eingebläut, dass hierzulande den Schlägereien nicht so lange freien Lauf gelassen werden wie in der NHL, ein solches Eingreifen muss ihn dennoch überrascht haben.
Wie Lemieux die Situation gesehen hat? «Es war einfach ein Gerangel vor dem Tor, wie es oft vorkommt. Unglücklicherweise kam der Kopf des Linesman zwischen uns. Ich habe ihn getroffen, nicht hart, aber hart genug.» Der Doppelbürger (USA/Kanada) redet ruhig und reflektiert über den Vorfall, den er als Unfall bezeichnet. «Ich weiss, das will niemand sehen. Die Refs machen ihren Job. Es war einfach eine unglückliche Position, das passiert manchmal.»
Fall landet direkt beim Einzelrichter
Lemieux hofft, dass Altmann okay ist, er habe sich auch kurz mit ihm unterhalten in den Katakomben. Denn der Linesman musste sich fürs Schlussdrittel auswechseln lassen. Bei Playoff-Partien sind jeweils ein Ersatz-Headschiedsrichter sowie -Linienrichter im Stadion und halten sich bereit. Für ihn kommt Dominik Schlegel noch für 20 Minuten zum Einsatz.
Ob Lemieux im Halbfinal – die ZSC Lions führen nach diesem 5:1-Sieg nun 2:1 in der Serie – nochmals zum Einsatz kommt? Weil eine Spieldauerstrafe gegen ihn ausgesprochen worden ist, landet der Fall direkt auf dem Tisch eines Einzelrichters und muss nicht durch die unberechenbaren Mühlen des Sounding Boards, das zuletzt im Fall von Lausannes Bayreuther einen nur wenig nachvollziehbaren Beschluss gefasst hat. Lemieux ist vorsorglich bereits für ein Spiel gesperrt.