Darum gehts
- Chris Baltisberger stand am Ursprung des Schiri-Kinnhakens von Brendan Lemieux
- Der ZSC-Stürmer provozierte Lemieux bewusst, um ihn vom Spiel abzulenken
- ZSC Lions bauten Führung von 2:1 auf 5:1 aus nach Lemieuxs Restausschluss
Es ist die Szene des Abends im dritten Halbfinal-Akt zwischen den ZSC Lions und Davos. Als ZSC-Vorkämpfer Chris Baltisberger (33) und HCD-Unruhestifter Brendan Lemieux (29) aneinander geraten. Und Lemieux im Getümmel Linienrichter Dominik Altmann (36) mit einem Kinnhaken niederstreckt. Altmann wird so hart getroffen, dass er in der zweiten Drittelspause forfait erklären muss.
Baltisberger gesteht hinterher: «Ich war kein Lamm und habe im Rahmen des Erlaubten provoziert. Das hatte ich mir vorgenommen. Wir wollten bewusst etwas Gegenwehr gegen Lemieux geben, auch physisch und ihn etwas wegziehen von den spielerischen Sachen. Man merkt, dass er sehr impulsiv ist, und das konnten wir ausnutzen.» Also haben sich die Zürcher dann doch intensiver mit Lemieux beschäftigt, als sie dies unmittelbar nach der 3:4-Niederlage in Spiel 2 zugeben wollten, als sie den unberechenbaren HCD-Aggressator noch kleinredeten.
«Ich habe gesehen, dass er ausholt»
Er habe sich nicht mit Lemieux prügeln wollen, betont Baltisberger und mit einem Lächeln erläutert er: «Mir wird immer gesagt, dass ich ein guter Spieler sei und dass es mich auf dem Eis brauche.» Es sei daher primär ein Handgemenge gewesen, in dem auch einige Worte ausgetauscht worden seien: «Dass ich ihn dann derart auf die Palme bringe und er derart überbordet, ist dann halt Pech für ihn.»
Baltisberger war sofort bewusst, dass Lemieux mit seiner Faust Altmann traf: «Ich habe gesehen, dass er ausholt, aber dann festgestellt, dass sein Schlag nicht bei mir ankommt, sondern dass er stattdessen den Schiri erwischt hat.»
Punktsieg, ohne zuzuschlagen
Baltisberger war schon vor der Episode mit Lemieux auf Adrenalin. Kurz vor besagter Szene hatte er ein Techtelmechtel mit HCD-Verteidiger Enzo Guebey (25). «Es sind Playoffs und es ist klar, dass Emotionen im Spiel sind. Ich habe versucht, kontrolliert Energie und Emotionen ins Spiel reinzubringen. Den Gegenspielern unter die Haut zu gehen, gehört zu meinen Stärken, die ich im Match umsetzen möchte.»
Obwohl er selbst nicht zugeschlagen hat, gelang es Baltisberger trotzdem, einen Punktsieg zu erreichen. Als Lemieux nach seinem Restausschluss unter der Dusche stand, zogen die ZSC Lions im Spiel von 2:1 auf 5:1 davon und checkten zur 2:1-Führung in der Halbfinalserie ein.