Darum gehts
- ZSC Lions sorgen für ein unvergessliches Eigentor-Kuriosem
- Trainer Marco Bayer erklärt den taktischen Fehler, der dazu geführt hat
- Der ZSC profitierte auch schon mal vom gleichen Eigentor des Gegners
Es ist ein kurzer Schockmoment für die Zürcher Fans, als sich die ZSC Lions in der 16. Minute selbst überlisteten. Eine Strafe gegen den HCD ist angezeigt und der Titelverteidiger macht daraus zunächst seine Show, indem er ohne Goalie und mit sechs Feldspielern lange kombiniert. Die fünf Davoser hecheln dem Puck verzweifelt hinterher, ihre Beine werden immer blauer und man ist daher in Erwartung des 2:0 für den ZSC.
Doch es kommt anders. Jesper Frödén (30) übertreibt es, sein scharfer Rückpass findet keinen Abnehmer, sondern den Weg ins verlassene ZSC-Tor. Statt 2:0 steht es plötzlich 1:1 und die HCD-Fans in der Swiss Life Arena bringen ihr Grinsen nicht mehr aus ihren Gesichtern. Die ZSC Lions werden dagegen kurzzeitig aus der Bahn geworfen. «Es brauchte einen Moment, bis wir uns wieder sammeln konnten, das spürte man auf der Bank», sagt ZSC-Trainer Marco Bayer (52). «Das war schon eine bittere Pille», befindet auch Stürmer Chris Baltisberger (33).
Die Absicherung eines Verteidigers fehlt
«Kurz bevor es geschah, ist mir durch den Kopf geschossen, dass genau dies jetzt passieren könnte und meistens, wenn man an so etwas denkt, tritt es dann auch ein», so Bayer, der nach dem letztlich mit 5:1 gewonnenen dritten Halbfinalspiel über das Missgeschick schmunzeln kann. Das tut auch Baltisberger, indem er befindet: «Dieses Tor wird in Erinnerung bleiben. Wenn man am Ende gewinnt, kann man darüber lachen.»
Doch was ist eigentlich schiefgelaufen? Dazu die Expertise von Trainer Bayer: «Ein Verteidiger müsste eigentlich in der Mitte absichern, aber es gibt eben einen linken und einen rechten Verteidiger und deshalb kann so etwas mal geschehen.»
Gegen Biel profitierte der ZSC
Bayer erinnert sich daran zurück, dass er in dieser Saison doch schon einmal in ein Spiel involviert war, in dem ein solches Eigentor gefallen ist. In der Tat: Das war am 11. Februar beim Spiel Biel – ZSC Lions (4:3) und dort profitierten die Zürcher vom gleichen Missgeschick des Biel-Stürmers Aleksi Heponiemi (26). Da es auch für ihn im Spiel mit dem Sieg ein Happy End gab, konnte auch der Finne darüber lachen, indem er sagte: «Ich habe eine Weile nicht mehr gepunktet und dachte, sowas zählt auch.»
Zum offiziellen Torschützen des ZSC-Eigentores wird HCD-Ikone Andres Ambühl (41) ausgerufen, weil dieser während der Zürcher Kombinations-Show mal kurz mit dem Stock den Puck berührte, ohne diesen allerdings kontrollieren zu können. Doch der Ende Saison abtretende Ambühl hat nach dem Spiel nicht wirklich Spass am 55. Playoff-Tor seiner Karriere: «Es hat den Braten nicht feiss gemacht. Das 1:1 zur ersten Pause war entgegen dem Spielverlauf. Wir haben am Ende mit 1:5 verloren und das einzige Tor haben wir nicht mal selbst geschossen. Wenn man null Tore schiesst, gewinnt man kein Spiel.»