Darum gehts
- Hirslanden-Gruppe schliesst Klinik am Rosenberg in Heiden AR Ende September 2025
- Klinik spezialisiert auf Orthopädie, kämpfte mit rückläufigen Fallzahlen seit 2016
- 150 Jobs gehen verloren, Hirslanden bietet Stellen in anderen Standorten an
Das ist ein Schlag fürs Ostschweizer Gesundheitswesen: Die Hirslanden-Gruppe schliesst die Klinik am Rosenberg in Heiden AR. Schon Ende September 2025 ist Schluss. 150 Jobs sind betroffen, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet. Dieser Schritt erfolge zugunsten einer Konzentration auf den Ausbau der Klinik Stephanshorn in St. Gallen. Sie soll zu einem Zentrumsspital mit breiter medizinischer Versorgung weiterentwickelt werden. «Der strategische Entscheid zur Zusammenführung der Standorte schafft einen medizinisch leistungsfähigen Campus mit einem umfassende ambulanten und stationären Angebot», sagt Urs Cadruvi, Direktor der Kliniken Stephanshorn und am Rosenberg zu Blick.
Die Klinik am Rosenberg, spezialisiert auf Orthopädie, hatte in den vergangenen Jahren mit rückläufigen Fallzahlen zu kämpfen. Ein bedeutender Einschnitt war 2016 der Wechsel eines 15-köpfigen Ärzteteams zur Berit-Klinik in Speicher AR. Das führte zu einem Einbruch der Patientenzahlen. Davon hat sich das Spital nie mehr erholt, auch wenn ein Teil der Ärzte wieder zurückgekehrt ist.
Teure Renovationen stehen an
Die Klinik hätte in den nächsten Jahren für teures Geld renoviert werden müssen. Operationssäle und Patientenzimmer entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Hinzu kommt die Lage des Spitals: Es thront zwar über dem Bodensee, die Aussicht ist beeindruckend. Letztlich ist die Klinik aber zu abgelegen für die heutige Medizin, die sich immer mehr zu ambulanten Eingriffen entwickelt.
Von der Schliessung sind 150 Mitarbeitende betroffen. Hirslanden will ihnen soweit möglich Stellen in der Klinik Stephanshorn oder an anderen Standorten anbieten. Viele arbeiten schon heute in beiden Kliniken. Für diejenigen, die nicht übernommen werden können, wird ein freiwilliger Sozialplan bereitgestellt. Was mit dem markanten Gebäude passiert, ist noch nicht klar.
Es schon das zweite Spital-Aus in der Appenzeller Gemeinde. Bereits Ende 2021 ist das Spital Heiden geschlossen worden. Wegen zu tiefer Fallzahlen hatte es rote Zahlen geschrieben. 130 Mitarbeiter haben damals ihren Job verloren.