Das letzte Wort im Fall Bernhard Diethelm (40) ist noch nicht gesprochen. Das Bezirksgericht Zürich hat den Politiker im Juli unter anderem wegen Körperverletzung und verbotener Pornografie zu einer bedingten Gefängnisstrafe von acht Monaten und einer Geldstrafe verurteilt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hat sie inzwischen definitiv entschieden, das Urteil weiterzuziehen.
Fest steht derweil: Die politische Karriere Diethelms ist bald beendet. Wie der «Bote der Urschweiz» berichtet, zieht sich Diethelm nach acht Jahren aus dem Kantonsrat zurück und tritt bei den Wahlen kommenden März nicht mehr an. Mit Wirtin Sabrina Kessler-Schnyder aus Vorderthal sei eine «hervorragende Nachfolge» gefunden worden, zitiert die Zeitung aus einer Mitteilung der SVP Wägital.
SVP-Mitgliedschaft sistiert
Auf Druck der Kantonalpartei hatte Diethelm die SVP-Mitgliedschaft nach dem Urteilsspruch von sich aus vorübergehend sistiert. Er nimmt seither an keinen Sitzungen und anderen Veranstaltungen der Partei mehr teil.
Zum Verhängnis geworden ist Diethelm eine Verabredung mit einer Prostituierten im Sommer 2021 in Zürich. Er hatte die Frau für Sadomaso-Rollenspiele gebucht. Doch dann eskalierte das Treffen. Es kam zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Im Rahmen der Ermittlungen stiess die Staatsanwaltschaft dann auch auf verbotene Pornografie mit Tieren. (lha)