Darum gehts
- Viola Amherd wütend über Indiskretion, verlässt Parlamentsgebäude durch Notausgang
- Geheimer Fluchtweg durch Männer-WC wird von Politikern regelmässig genutzt
- 2019 versuchte Bundesanwalt Lauber unbemerkt ins Bundeshaus zu gelangen
Dass gleich mehrere ihrer Spitzenbeamten die Kündigung eingereicht haben, wollte Verteidigungsministerin Viola Amherd (62) gestern nicht öffentlich kommentieren. Die Neuigkeiten wurden der Öffentlichkeit durch ein Leak bekannt.
Die Nachricht warf derart hohe Wellen, dass Amherd die Sitzung der Sicherheitskommission des Nationalrats besuchte. Dort soll sie sich gemäss Erzählungen sehr wütend über die Indiskretion gezeigt haben. Doch den Medienschaffenden im Bundeshaus wich sie geschickt aus. Um im Parlamentsgebäude nicht den anwesenden Journalisten in die Arme zu laufen, verliess die Verteidigungsministerin das Parlamentsgebäude durch eine Notausgangstür im Männer WC. Das berichtete die «Tagesschau» in ihrer Hauptausgabe.
Auch Lauber und Seiler nutzen die Geheimtüre offenbar
Doch der «geheime» Fluchtweg steht nicht nur der VBS-Chefin offen. Es handelt sich um einen normalen Notausgang, verrieten Bundeshaus-Insider schon 2012 gegenüber Blick. Der Ausgang befindet sich in der Männertoilette in der Nähe des Kommissionszimmers.
Diese Tür wurde dementsprechend auch schon von anderen benutzt, die einen stillen Abgang durchs stille Örtchen machen wollten. Auch der damalige Geheimdienstchef Markus Seiler (56) soll einst durch eine Geheimtür entschwunden sein, nachdem er Auskunft zu der Datendiebstahl-Affäre geben musste.
Doch das stille Örtchen wird nicht nur als Ausgang verwendet. 2019 versuchte Bundesanwalt Michael Lauber (59) so von Journalisten unbemerkt ins Bundeshaus zu gelangen. Er war von zwei Fraktionen im Bundeshaus zum Hearing eingeladen worden. Sein Plan misslang. Ein Journalist beobachtete und fotografierte ihn, wie er über den Seiteneingang ins Parlamentsgebäude schlich.