Genossenschaftskellereien haben Nachteile, weil sie meistens gross und träge sind. Aber auch ganz unbestrittene Vorteile. Am besten nutzen diese in Italien die Kellereien im Südtirol. Aber nicht nur.
Nehmen wir das Beispiel Sizilien. 1958 wird dort eine Genossenschaft gegründet, welche die Insel aufmischen sollte: Die Cantine Settesoli. Treibende Kraft dahinter ist Diego Planeta, der mittlerweile mit seinem eigenen Ätna-Weingut zu Ruhm gelangt ist. Mittlerweile finden sich 2000 Traubenlieferanten zusammen, die 6000 Hektaren bewirtschaften. Das sind fünf Prozent von Siziliens Anbaufläche. Damit sind die Cantine Settesoli eine der grössten Gensossenschafts-Kellereien Europas!
Die besten Terrains gesucht … und gefunden
Irgendwann ist den Köpfen hinter der Genossenschaft das Keltern einfacher, ehrlicher Weine nicht mehr genug. Weshalb sie 1999 Mandrarossa gründen. Eine Marke, welche für ein anderes, ein moderneres, ein fast schon alternatives Sizilien stehen soll. Das Weinmachen soll kompromisslos erfolgen. Was schon bei der Suche nach den besten Terrains für die jeweiligen Rebsorten beginnt. Dafür wird eigens ein Berater aus Chile eingestellt, weil die Mikroklimas der beiden Regionen durchaus vergleichbar sind. Und 2014 natürlich ein Konsultant. Der kommt aus der Toskana und heisst Alberto Antonini.
Die Mandrarossa-Linie sei eine Frucht jahrelanger Forschung, so Antonini an einem virtuellen Tasting (mit echten Weinen …): «Nachdem wir die perfekten Terrains gefunden hatten, wurden diese frisch bepflanzt. Es sind gewissermassen Mikro-Terroirs, für die wir ganz, ganz viel gegraben haben. Denn wir wollten ein tiefes und ausgeklügeltes Wurzelsystem hinkriegen und einen Boden mit der nötigen Durchlässigkeit.»
Nur gerade 150 Kilometer von Afrika weg
Und so treffen nun die internationalen Varietäten in den innovativen Weinen von Mandrarossa auf das einzigartige Terroir von Menfi. Dieses liegt an der Côte d’Afrique, einem Landstrich nur 150 Kilometer von Afrika entfernt. Dank den kühlenden Winden vom Meer ist man auf den 500 für die Mandrarossa-Weine reservierten Hektaren in der Lage, durchaus feinziselierte Weine zu kreieren, die nichts mit den Konfitürenmonstern an anderen Orten Siziliens gemein haben.
Ganz im Gegenteil! Antonini erklärt: «Unser Fokus liegt auf der Trinkigkeit der Weine. Was keinesfalls mit Einfachheit verwechselt werden soll. Denn Weine können sehr wohl süffig und gleichzeitig strukturiert sein. Oder will jemand behaupten, die Weine von Romanée-Conti seien nicht trinkig? Da würde ich locker drei Flaschen hintereinander trinken …»
Würden wir auch vom Flaggschiff der Mandrarossa-Linie, dem Carthago, behaupten. Der ist dann weniger experimentell, wird er doch zu hundert Prozent aus Siziliens wichtigster Rebsorte Nero d’Avola gekeltert. Aber er zeigt exemplarisch auf, was mit dieser Rebsorte möglich ist, wenn kompromisslos auf Qualität gesetzt wird. Der Carthago heimst so gut wie jedes Jahr die drei Gläser von Gambero Rosso ein. Und preislich liegt er für einen roten Tre-Bicchieri-Wein ganz zuunterst. Herz, was willst Du mehr?
- Urra di Mare 2020 (100% Sauvignon Blanc): Leicht aromatisch, Kräuter, komplex, nasses Gras, Zitrus, rechte Säure, im Gaumen archetypisch, leichtfüssig, trinkig, mittleres Finale. Score: 17/20 (20.90. cantinacolicchio.ch)
- Bertolino Soprano 2018 (storie ritrovate, 100% Grillo): Dieser Weisswein aus der lokalen Rebsorte Grillo besticht durch viel Gelbfrucht-Aromen, die Nase ist expressiv, Hefe- und Gäraromen finden sich, auch Agrumen, Pfirsich und Aprikose: die Säure ist knackig, er ist schlank, Bittermandeln scheinen auf, ein komplexer, trinkiger Wein, der mineralisch endet. Score: 17,25/20 (34.10 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Timperosse 2019 (100% Petit Verdot) 16,75/20 (20.90 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Bonera 2019 (Nero d’Avola, Cabernet Franc): 16,75/20 (15.40 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Terre del Sommacco 2017 (storie ritrovate, 100% Nero d’Avola): Alberto sagt: «Das ist ein Foodwein, der ewig hält! Er wird in Betontanks vergoren, weshalb die Gärung sehr langsam erfolgt.» Dunkle Früchte mit einem Reflex Rotbeeren, erdig-mineralisch, knackig, schlank, Peperoni, Fenchel, griffig, viel Säure und Tannine, ein richtig knalliger Nero d’Avola, frisch und mit schönem Abgang. Score: 17,25/20 (39.60 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Carthago 2018 (100% Nero d’Avola): Alberto: «Das ist Nero d’Avola kompromisslos! Saftig, pfeffrig, samten.» Also: Komplex, etwas Espresso, sehr dunkle Früchte, verschlossen, mineralisch, Pfeffernoten, viel Fruchtsüsse, rechte Tannine, ausgewogen, lebhaft, süffig, Ricola, Mundfülle, minziges, langes Finale. Score: 17,5/20 (22.90 Franken für Jahrgang 2017. manor.ch)
- Urra di Mare 2020 (100% Sauvignon Blanc): Leicht aromatisch, Kräuter, komplex, nasses Gras, Zitrus, rechte Säure, im Gaumen archetypisch, leichtfüssig, trinkig, mittleres Finale. Score: 17/20 (20.90. cantinacolicchio.ch)
- Bertolino Soprano 2018 (storie ritrovate, 100% Grillo): Dieser Weisswein aus der lokalen Rebsorte Grillo besticht durch viel Gelbfrucht-Aromen, die Nase ist expressiv, Hefe- und Gäraromen finden sich, auch Agrumen, Pfirsich und Aprikose: die Säure ist knackig, er ist schlank, Bittermandeln scheinen auf, ein komplexer, trinkiger Wein, der mineralisch endet. Score: 17,25/20 (34.10 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Timperosse 2019 (100% Petit Verdot) 16,75/20 (20.90 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Bonera 2019 (Nero d’Avola, Cabernet Franc): 16,75/20 (15.40 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Terre del Sommacco 2017 (storie ritrovate, 100% Nero d’Avola): Alberto sagt: «Das ist ein Foodwein, der ewig hält! Er wird in Betontanks vergoren, weshalb die Gärung sehr langsam erfolgt.» Dunkle Früchte mit einem Reflex Rotbeeren, erdig-mineralisch, knackig, schlank, Peperoni, Fenchel, griffig, viel Säure und Tannine, ein richtig knalliger Nero d’Avola, frisch und mit schönem Abgang. Score: 17,25/20 (39.60 Franken. cantinacolicchio.ch)
- Carthago 2018 (100% Nero d’Avola): Alberto: «Das ist Nero d’Avola kompromisslos! Saftig, pfeffrig, samten.» Also: Komplex, etwas Espresso, sehr dunkle Früchte, verschlossen, mineralisch, Pfeffernoten, viel Fruchtsüsse, rechte Tannine, ausgewogen, lebhaft, süffig, Ricola, Mundfülle, minziges, langes Finale. Score: 17,5/20 (22.90 Franken für Jahrgang 2017. manor.ch)