Für Sie degustiert: Weine vom Zürichsee, Teil 2
Die Keller-WG zu Meilen: Vier unter einem Dach

Vier Winzer keltern unter dem Dach von Weinbau Schwarzenbach in Meilen am Zürichsee. Der Traditionsbetrieb steht für Beständigkeit, präsentiert sich dank einem Generationenwechsel in neuem Kleid. Und am 31. Juli und 1. August öffnen die Weinkeller ihre Tore.
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Alain Schwarzenbach und Marilen Muff sind die neue Generation bei den «Bossen» der Keller-WG.
Foto: Alain Kunz
Alain Kunz

Fünf Jahre ist es nun her, dass Alain Schwarzenbach zusammen mit seiner Partnerin Marilen Muff das traditionsreiche Gut in Meilen von seinen Eltern, der Legende Hermann «Stikel» und Cécile, übernommen hat. «Das macht uns mächtig stolz», gibt Marilen unverwunden zu, «dass wir solch ein renommiertes Gut weiterführen dürfen.» Dennoch sei einiges drunter- und drübergegangen. «Zumal das Weingut um zwei Hektaren gewachsen ist. Da mussten wir uns neu strukturieren.» Mittlerweile zählt der Betrieb neun Hektaren, aus denen 20 Weine entstehen.

Sanftes Redesign

Man habe sich in der Folge die relevanten Fragen gestellt: «Wer sind wir? Wohin wollen wir?» Aus den Antworten ergaben sich ein Redesign und eine neue Kommunikationsausrichtung, indem nun in einem eigenen Magazin über Neues von den Schwarzenbachs berichtet wird. Marilen, die aus der Region Luzern stammt, hat vor Jahren ihr Architekturstudium an den Nagel gehängt, um zuerst auf einer Alp zu arbeiten und dann eine Winzerinnenlehre zu beginnen. Das sanfte Redesign soll zum Ausdruck bringen, dass die Schwarzenbach-Weine allesamt reinsortig, klar strukturiert und fadengerade sind.

Immerhin sind Alain und Marilen Bewahrer von 300 Jahren Weingut-Tradition, davon über 100 Jahre im Familienbesitz der Schwarzenbachs.

Der Räuschling für die Mémoire des Vins Suisses

Die Schwarzenbachs sind alles andere als Eigenbrötler. Einerseits, weil viele mittlerweile renommierte Winzer wie Thierry Grosjean (Château d'Auvernier) oder Paolo Visini (Kopp von der Crone Visini) bei ihnen die Lehre gemacht haben. Noch heute starten Jahr für Jahr junge Weinfreaks die Winzerlehre in Meilen. Aber auch, weil sie die Keller-WG führen, einen Zusammenschluss von vier Winzereibetrieben, die ihre Weine allesamt in den modernen Keller-Räumlichkeiten der Schwarzenbachs keltern. Es sind dies die Betriebe von Diederik, Lüthi und Schnorf.

Ebenso wichtig ist den Schwarzenbachs eine Zürich übergreifende Promotion des Schweizer Weinbaus. So ist das Gut Mitglied der Mémoire des Vins Suisses, einer Vereinigung von Schweizer Spitzenwinzern, die zum Ziel hat aufzuzeigen, nicht nur welch grossartige Weine unser Land hervorbringt, sondern auch wie langlebig sie sein können. Speziell der Räuschling. Mit dem Lagenwein Seehalden ist die Familie in der Vereinigung vertreten.

Die Weine der Schwarzenbachs
  • Riesling-Sylvaner Gold 2019 (blind verkostet): Dezente Nase nach grünen Früchten, harmonisch, erstaunliches Säurespiel, voll auf der Grünapfelseite, auch Zitrus, Frische, rechtes Finish. Score: 17/20. Mit diesem Wein landete Schwarzenbach im April dieses Jahres an der hochkarätigen Müller-Thurgau-Verkostung des Profipanels der Fachzeitschrift Vinum auf dem beachtlichen 10. Platz. (18 Franken)
  • Räuschling Seehalden 2018: Fruchtig, Pfirsich, frisch, etwas Peperoni, schöne Vegetalnote, leicht laktisch, erstaunlich dezente Säure, Frische, Fülle, tolles Finale. Einfach ein grossartiger Wein! Score: 17,5/20 (24 Franken)
  • Chardonnay Sélection 2018: Exotische Nase mit einem Touch Aprikose, floral, zurückhaltend, Pfirsich, frisch-knackig, Schmelz, Fülle, etwas CO2, leichte Vanille gegen Ende, minzig-eukalyptisches Finale mit leichtem Grüntouch, das recht lang ist. Trinkig! Score: 17,5/20 (32 Franken)
  • Sauvignon Blanc 2018: Sortentypische Nase, aber nicht zu knallig, wie das bei Sauvignon oft der Fall ist, nasses Gras, Mineralität, dezente, aber knackige Säure, Eleganz, easy, viel Finesse, ätherische Frische, wunderbarer Abgang. Score: 17,25/20 (19 Franken).
  • Freisamer 2018: Leicht aromatische Nase mit viel Frucht, Power, leicht vegetabil, Fülle, Kraft, Tiefe, schönes Finale. Score: 17,25/20
  • Federweisser Blauburgunder 2018: 16/20 (16 Franken)
  • Blauburgunder 2017: 16,5/20 (18 Franken)
  • Pinot Noir 2015: 17/20 (24 Franken)
  • Pinot Noir Sélection 2015: Pinot-Nase, viel Rauch, Holzkohle, Chriesi, Kräuter, gar etwas Maggikraut, Schmelz, gut getimte Säure, Power, Eleganz, Frische, füllig, würzig, trinkig, schönes Finale. Score: 17,5/20 (34 Franken)
Mit dem Räuschling Seehalden sind die Schwarzenbachs in der Mémoire des Vins Suisses vertreten.
Mit dem Räuschling Seehalden sind die Schwarzenbachs in der Mémoire des Vins Suisses vertreten.
RMS
  • Riesling-Sylvaner Gold 2019 (blind verkostet): Dezente Nase nach grünen Früchten, harmonisch, erstaunliches Säurespiel, voll auf der Grünapfelseite, auch Zitrus, Frische, rechtes Finish. Score: 17/20. Mit diesem Wein landete Schwarzenbach im April dieses Jahres an der hochkarätigen Müller-Thurgau-Verkostung des Profipanels der Fachzeitschrift Vinum auf dem beachtlichen 10. Platz. (18 Franken)
  • Räuschling Seehalden 2018: Fruchtig, Pfirsich, frisch, etwas Peperoni, schöne Vegetalnote, leicht laktisch, erstaunlich dezente Säure, Frische, Fülle, tolles Finale. Einfach ein grossartiger Wein! Score: 17,5/20 (24 Franken)
  • Chardonnay Sélection 2018: Exotische Nase mit einem Touch Aprikose, floral, zurückhaltend, Pfirsich, frisch-knackig, Schmelz, Fülle, etwas CO2, leichte Vanille gegen Ende, minzig-eukalyptisches Finale mit leichtem Grüntouch, das recht lang ist. Trinkig! Score: 17,5/20 (32 Franken)
  • Sauvignon Blanc 2018: Sortentypische Nase, aber nicht zu knallig, wie das bei Sauvignon oft der Fall ist, nasses Gras, Mineralität, dezente, aber knackige Säure, Eleganz, easy, viel Finesse, ätherische Frische, wunderbarer Abgang. Score: 17,25/20 (19 Franken).
  • Freisamer 2018: Leicht aromatische Nase mit viel Frucht, Power, leicht vegetabil, Fülle, Kraft, Tiefe, schönes Finale. Score: 17,25/20
  • Federweisser Blauburgunder 2018: 16/20 (16 Franken)
  • Blauburgunder 2017: 16,5/20 (18 Franken)
  • Pinot Noir 2015: 17/20 (24 Franken)
  • Pinot Noir Sélection 2015: Pinot-Nase, viel Rauch, Holzkohle, Chriesi, Kräuter, gar etwas Maggikraut, Schmelz, gut getimte Säure, Power, Eleganz, Frische, füllig, würzig, trinkig, schönes Finale. Score: 17,5/20 (34 Franken)
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