Gemeinden kassierten 1,7 Milliarden Euro
Italien stoppt Abzockerei mit Blitzern

Viele Gemeinden in Italien sahen Blitzer eher als Einnahmequelle denn als Mittel zur Durchsetzung der Verkehrsregeln. Das soll sich jetzt ändern: Neu müssen Radarfallen angekündigt sein – und der Sicherheit dienen.
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Reisende kennen sie: Die orangen «Autovelox»-Anlagen sind auf Italiens Strassen allgegenwärtig.
Foto: imago/imagebroker

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Gabriel KnupferRedaktor News

Aufatmen für alle, die es im Sommer mit dem Auto ins Bel paese zieht: Seit dem 12. Juni gelten in Italien neue Blitzer-Regeln. Diese schützen Autofahrer vor versteckten Radarfallen und anderen Tricks der Behörden.

Konkret überprüft nun die Präfektur, ob der Standort von neuen festen und mobilen Blitzern wirklich der Verkehrssicherheit dient. Die Blitzer müssen zudem mindestens einen Kilometer vorher durch ein Verkehrsschild angekündigt werden. Versteckte oder getarnte Radarfallen sind nicht mehr erlaubt. Weiter gilt neu ein Mindestabstand von einem Kilometer zwischen zwei Messanlagen innerorts und vier Kilometern ausserorts.

Ebenfalls nicht mehr möglich sind Blitzer an Stellen, wo das Tempolimit mehr als 20 km/h unter der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit für die Strasse gilt. Ein Beispiel: Herrscht auf einer Landstrasse wegen einer Baustelle Tempo 50 statt Tempo 90, darf dort kein Blitzer mehr stehen.

11'000 stationäre Blitzer

Der Hintergrund für die Erleichterungen ist klar: Für die Autofahrerinnen und Autofahrer waren die «Autovelox»-Anlagen (so heissen Radarfallen in Italien) ein Riesenärger. Auch für viele Reisende gab es teils Monate nach dem Italien-Trip eine böse Überraschung, als plötzlich eine Rechnung ins Haus flatterte. Und Anfang 2025 verschärfte die Regierung in Rom das Bussenregime nochmals deutlich.

Mit 11'000 fest installierten Blitzern belegt das Land einen Spitzenplatz in Europa. Zum Vergleich: In der Schweiz sind 1100 feste und mobile Radarfallen im Einsatz, wie die «NZZ» herausfand.

Gemeinden kassierten 1,7 Milliarden Euro

Mit der Ahndung von Geschwindigkeitsüberschreitungen verdienten sich die italienischen Gemeinden eine goldene Nase: So nahm Mailand 2024 über 200 Millionen Euro mit Bussgeldern ein. Und selbst Mini-Gemeinden mit wenigen Hundert Einwohnern kamen auf Hunderttausende Euro. Insgesamt kassierten die Kommunen 1,7 Milliarden Euro, wie die deutsche «Bild» berichtete.

Zu spät kommen die neuen Regeln für einen französischen Autofahrer aus Nizza: Dieser wurde während sechs Monaten auf dem Arbeitsweg immer wieder von der gleichen Anlage geblitzt, wie die Zeitung «La Stampa» schrieb. Gegen die Rechnung von 28'000 Euro geht er nun aber juristisch vor, weil der Blitzer nicht der Sicherheit gedient habe, sondern einzig der Geldmacherei.

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