Seit Wochen liefern sich die Ukrainer und die Kämpfer des russischen Präsidenten Wladimir Putin (70) in der Grossstadt Bachmut heftige Kämpfe. An vorderster Front: Die Wagner-Truppe, die sich mit ihrer Brutalität einen Namen gemacht hat.
Obwohl bei den blutigen Kämpfen beide Seiten hohe Verluste einstecken müssen, geraten die Ukrainer immer mehr unter Druck: Erst am Sonntag verkündete Wagner-Boss Jewgeni Prigoschin (61), einen weiteren Vorort erobert zu haben und in Richtung Zentrum vorzurücken.
Wie die «Bild» schreibt, dürfte jedoch nun auch die Wagner-Truppe zunehmend in Bedrängnis geraten. Denn die Ukrainer haben einen Weg gefunden, Prigoschins bis anhin unschlagbare Taktik zu umgehen.
«Bei Nacht ist es am schlimmsten»
Mit ihrer sogenannten «Nachtstrategie» konnten die Russen bisher einige Erfolge verbuchen. Dabei verschanzten sich zahlreiche Söldner tagsüber in Kellern und Bunkern, um dann in der Nacht auszuströmen, und im Dunkeln neue Gebiete einzunehmen.
Da die Drohnen der Ukrainer, mit denen sie den vorrückenden Feind lokalisieren, jedoch über keine Nachtsicht verfügen, ging Prigoschins Strategie bislang auf. «Bei Nacht ist es am schlimmsten», sagte kürzlich ein ukrainischer Soldat in einem Video aus Bachmut.
Doch die Ukrainer haben aufgerüstet. Ihre Drohnen verfügen nun über Infrarot-Sichtinstrumente. Die Russen können jetzt auf Wärmebildkameras auch in der Nacht entdeckt werden – und zwar aus mehreren Hundert Meter Entfernung.
«Das sind buchstäblich Kämpfe um jeden Meter»
Neu aufgetauchte Aufnahmen auf dem Nachrichtendienst Twitter zeigen, wie erfolgreich die Ukrainer bereits mit ihrer neuen Strategie sind. Dabei tauchen russische Söldner als gut erkennbare, weisse Punkte auf. Sie rennen durch die Strassen von Bachmut und bewegen sich von Haus zu Haus – bis die Artillerie der Ukrainer zuschlägt. Es folgen heftige Explosionen.
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Möglicherweise kommt die Nachrüstung zu spät. Am Mittwoch hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (45) die Lage an der östlichen Front als «äusserst schwierig» bezeichnet. «Das sind buchstäblich Kämpfe um jeden Meter ukrainischen Landes», sagte er. Wie es weiter hiess, würden die Soldaten der Wagner-Truppe vor allem nördlich und südlich vorrücken. (dzc)