Medizinische Sensation
Düsseldorfer Patient von HIV und Krebs geheilt

Zum dritten Mal ist das beinahe Undenkbare gelungen: Ein Mediziner-Team an der Uniklinik Düsseldorf konnte einen Deutschen von HIV und Krebs heilen – dank einer Stammzellentransplantation. Jetzt hoffen die Wissenschafter auf weitere Durchbrüche.
Publiziert: 20.02.2023 um 18:13 Uhr
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Aktualisiert: 21.02.2023 um 07:53 Uhr
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Der Uniklinik Düsseldorf ist ein Durchbruch gelungen. Ein Ärzteteam konnte einen Patienten sowohl von HIV als auch von Krebs heilen – dies mittels Stammzellentransplantation.
Foto: EPA/MARIUS BECKER

Medizinern von der Uniklinik Düsseldorf ist es gelungen, einen krebskranken HIV-Patienten (53) zu heilen – und zwar sowohl vom Krebs als auch von HIV. Das vermeldet die Fachzeitschrift «Nature Medicine».

Dem entsprechenden Bericht zufolge handelt es sich um die dritte Heilung dieser Art. Das Forscherteam konnte bereits zur Genesung eines Patienten aus Berlin und eines Patienten aus London beitragen.

Der Düsseldorfer Patient erhielt 2013 eine Stammzellentransplantation – 2008 war er an HIV erkrankt, 2011 an Leukämie. Der behandelnde Arzt Guido Kobbe sagt zu «Nature Medicine»: «Unser Ziel war es von Anfang an, sowohl die Leukämie als auch das HI-Virus in den Griff zu bekommen.»

Schon 2018 setzte das Ärzteteam die Behandlung ab

Tatsächlich gingen sich durch diese Transplantation die HIV-Symptome zurück. Das Behandlungsteam entschied darum 2018, die antivirale HIV-Therapie abzusetzen. Allerdings überwachte es fortan den Patienten. Heute reden die Wissenschafter von der vollständigen Heilung.

Doch wie funktioniert eine solche Stammzellentransplantation eigentlich? Die Stammzellen haben laut den Wissenschaftern eine bestimmte Genmutation. Das HI-Virus kann durch diese Mutation nicht auf den Immunzellen andocken – und vor allem so die Zellen nicht infizieren. Das macht Patienten resistent gegen den gefürchteten Erreger.

Die Forscher hoffen, dass es mit der Stammzellentransplantation künftig auch möglich ist, Infizierte ohne Krebs zu behandeln. Bis dahin ist es laut verschiedenen Experten aber noch ein weiter Weg. (tva)

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