Microlino-Chef ist hässig
Elektroflitzer-Bauer reicht Beschwerde gegen Bund ein

Das Unternehmen hinter dem Microlino erhält keine CO₂-Gutschriften vom Bund – obwohl das Mini-Elektroauto emissionslos fährt. Mit einer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht will Gründer Wim Ouboter das ändern.
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Sorgen nicht nur auf der Strasse für Aufsehen, sondern auch in der Politik: Microlino-Erfinder Wim Ouboter (Mitte) mit seinen Söhnen Merlin (l.) und Oliver.
Foto: Andrea Zahler

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Microlino AG klagt gegen Ausschluss aus CO₂-Gutschriften vor Gericht
  • Elektrofahrzeug wiegt 500 kg, fährt 90 km/h emissionsfrei
  • Microlino verkaufte 1500 Fahrzeuge in Schweiz, plant 100'000 jährlich bis 2030
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Olivia Ruffiner
Handelszeitung

Die Schweizer Microlino AG zieht vor das Bundesverwaltungsgericht. Der Grund: Die Fahrzeugkategorie L7e, zu der ihr Zweisitzer Microlino gehört, wird bisher von den CO2-Anrechnungsgutschriften ausgeschlossen – obwohl das Fahrzeug emissionslos fährt. «Eine kleine Anpassung in der Verordnung würde ausreichen», sagt Wim Ouboter, der Gründer von Micro Mobility Systems. Bereits mehrfach habe er beim Bundesamt für Energie (BFE) vorgesprochen, bislang jedoch ohne Erfolg.

Nun hat Ouboter die Zürcher Anwältin Cordelia Bähr engagiert und Beschwerde gegen das BFE beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Bähr betreute unter anderem auch die Klage der Klimaseniorinnen gegen die Schweiz am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. 

Artikel aus der «Handelszeitung»

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Im Beschwerdeschreiben fordert die Rechtsanwältin, dass das Elektroleichtfahrzeug in die CO2-Flottenregulierung des Bundes aufgenommen wird. Sie beruft sich dabei auf die Rechtsgleichheit und Wirtschaftsfreiheit, von der Microlino aktuell ausgeschlossen werde. Dies führe zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung, heisst es weiter. Es werde eine Untersuchung der Wettbewerbskommission gefordert. Das Verfahren ist beim Bundesverwaltungsgericht hängig.

Das globale Phänomen soll sich wiederholen

Die Familie Ouboter beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Mikromobilität. Wim Ouboter revolutionierte um die Jahrtausendwende mit dem Kickboard und dem Micro Scooter das Trottinett und erzielte damit einen globalen Grosserfolg, der das Unternehmen bis heute trägt. Laut eigenen Angaben erzielt die Micro Mobility Systems AG rund 70 Millionen Franken Umsatz im Jahr.

Entsprechend diesem Vorbild haben Ouboter und seine Söhne Oliver und Merlin ambitionierte Pläne für die Microlino AG. Bis 2030 wollen sie 100'000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren und einen Umsatz von über einer Milliarde Franken erzielen. Die Expansion in die USA begann 2025, und bereits 2026 soll dieser Markt genauso bedeutend sein wie Europa. Als weitere Produktionsstandorte erwägt das Unternehmen China und Indien, während das Werk in Turin weiterhin als Basis dient. Aktuell flossen bereits 5000 Fahrzeuge ab Band, 1500 davon wurden in der Schweiz verkauft. 

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