Blick konfrontiert UBS mit Lobbying-Vorwürfen
«Wir haben gute Argumente und müssen niemandem drohen»

Finanzministerin Karin Keller-Sutter wirft der UBS vor, mit Parteispenden eine schärfere Regulierung verhindern zu wollen. Blick hat UBS-Chef Sergio Ermotti an der Medienkonferenz zum überraschend guten Quartalsergebnis mit den Vorwürfen konfrontiert.
Kommentieren
1/5
Die UBS schrieb in den ersten vier Monaten des Jahres einen satten Gewinn von über drei Milliarden Dollar.
Foto: AFP

Die UBS steht im Scheinwerferlicht: Am Mittwoch hat die Schweizer Grossbank ihr Ergebnis fürs erste Quartal 2026 vorgelegt – mit sehr starken Zahlen. Von Januar bis März hat sie einen Gewinn von 3,04 Milliarden Dollar gemacht. Das sind rund 80 Prozent mehr als im selben Zeitraum im Jahr zuvor, wie die UBS in einer Mitteilung erklärt.

Gleichzeitig sieht sich die Bank mit ungewohnt scharfen Tönen der Finanzministerin konfrontiert: Karin Keller-Sutter (62, FDP) zeigte sich im Blick-Interview besorgt über das Lobbying der UBS. Die Grossbank schwieg – bis jetzt. Blick hat UBS-Chef Sergio Ermotti (65) bei der Medienkonferenz zu den Zahlen mit den Vorwürfen aus Bundesbern konfrontiert. «Es ist unsere Pflicht und unser Recht, uns für die Aktionäre und unsere 30’000 Mitarbeitenden in der Schweiz einzusetzen», sagte er.

Und weiter: «Wir denken, dass unsere Argumente sehr gut sind und wir niemandem drohen müssen. Ich habe von solchen Vorwürfen bisher auch noch nichts gehört.» Zum Vorwurf des «unschweizerischen Lobbyings» will sich Ermotti nicht äussern. Nur so viel: «Ich möchte, dass die Debatte wieder auf ein angemessenes Niveau zurückkehrt.»

Kuschen Parlamentarier vor der UBS?

Karin Keller-Sutter ist dezidiert anderer Meinung: «Es entspricht nicht dem gängigen Stil, dass man so dezidiert gegen unsere Institutionen antritt», sagte die Bundesrätin über die Lobbyarbeit, mit der die UBS die von ihr aufgegleiste stärkere Bankenregulierung verhindern will. Das sei «ein eher neuer Stil im Umgang eines Unternehmens mit dem Staat».

Laut Keller-Sutter könnte die Lobbyarbeit Auswirkungen auf die politischen Entscheide haben. Parlamentarier kuschen vor der UBS – aus Angst, die Parteispenden der Grossbank zu verlieren!

Analysten rechneten mit tieferem Gewinn

Zurück zum Quartalsergebnis: Dieses ist selbst für Marktbeobachter überraschend stark ausgefallen. Es übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich – sie hatten im Schnitt lediglich mit einem Gewinn von 2,43 Milliarden Dollar gerechnet. Zudem stiegen die Erträge um 13 Prozent auf 14,24 Milliarden Dollar.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen