Tiefster Preis, mässige Qualität? Mittagstisch-Debakel in Basel
Kinder essen lieber Brot – jetzt fliegt der Caterer raus

Nach Kritik an der Schulverpflegung zieht Basel-Stadt die Konsequenzen: Der Kanton schmeisst den britischen Mega-Caterer Compass Group nach wenigen Monaten wieder raus. Der Konzern akzeptiert den Entscheid – wehrt sich aber gegen den Vorwurf von schlechter Qualität.
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Der britische Mega-Caterer Compass Group sorgt seit letztem Jahr in den Basler Tagesschulen für die Verpflegung.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Basel-Stadt beendet Vertrag mit britischer Compass Group wegen schlechter Schulverpflegung
  • Eltern boykottierten Betreuung, 900 neue Mahlzeiten gehen an lokalen Anbieter
  • Basler Betrieb erhält 1,6 Mio Franken für Zusatzauftrag
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Wenn sich die Kinder über Mittag mit Brot begnügen, liegt mit der Schulverpflegung etwas im Argen. Das musste sich nun auch der Kanton Basel-Stadt eingestehen.

Erst letztes Jahr hatte das Basler Erziehungsdepartement die internationale Compass Group damit beauftragt, die warme Verpflegung an den Tagesstrukturen der Primarschulen sicherzustellen. Nach vernichtenden Rückmeldungen rudern die Behörden wieder zurück – und schmeissen den britischen Mega-Caterer auf Ende des Schuljahres wieder raus.

Tiefster Preis, mässige Qualität

Wie die «bz Basel» publik machte, hätten die Eltern ihre Kinder aufgrund der mässigen Qualität erst gar nicht mehr in die Tagesbetreuung geschickt. Oder sie gaben ihnen gleich selbst einen Zmittag mit auf den Weg. Kein Wunder: In der für drei Jahre befristeten Ausschreibung hatte der weltgrösste Cateringkonzern seine Konkurrenz nämlich vor allem mit einem unschlagbar tiefen Preis in die Schranken gewiesen – obwohl das Kriterium kaum ein Drittel der Bewertung ausmachte.

Das sagt die Compass Group

Update 23. Juni – Im Nachgang der Berichterstattung der «BZ Basel» nahm die Compass Group gegenüber Blick Stellung:

«Im Verlauf der Zusammenarbeit mit dem Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt standen wir bei Fragen der Menüakzeptanz im regelmässigen Austausch mit den zuständigen Stellen», teilt Compass-Geschäftsleitungsmitglied Marcel D. Schläpfer mit. Der Schweizer Ableger des britischen Konzerns habe dabei entsprechende Rückmeldungen jederzeit ernst genommen und lösungsorientiert bearbeitet. «Ziel war dabei stets, eine gute und von Kindern sowie Erwachsenen an den Tagesstrukturen akzeptierte Verpflegung sicherzustellen.»

Dies sei zudem stets in der durch die öffentliche Ausschreibung vorgegebenen Rahmenbedingungen erfolgt. «Das Zusammenspiel dieser Vorgaben mit der tatsächlichen Gästestruktur – Schüler im Alter zwischen vier und zwölf Jahren sowie Erwachsene – erforderte in der praktischen Umsetzung besondere Aufmerksamkeit», sagt Schläpfer.

Das Unternehmen habe dabei zusätzliche Leistungen auf eigene Kosten erbracht, um den Betrieb an den Standorten bestmöglich zu unterstützen und den Wünschen der Gäste noch besser Rechnung zu tragen. Und: Die Mahlzeiten seien «jederzeit unter Einhaltung der lebensmittelrechtlichen sowie der vereinbarten ernährungsphysiologischen Vorgaben» frisch zubereitet und ausgeliefert worden. «Vor diesem Hintergrund ist die pauschale Darstellung einer ‹schlechten Schulverpflegung› aus unserer Sicht nicht sachgerecht.»

Trotzdem respektiere die Compass Group die Vertragskündigung durch den Kanton und unterstütze eine «geordnete Übergabe». «Gleichzeitig ist es dem Unternehmen wichtig, dass die Situation sachlich, ausgewogen und vollständig eingeordnet wird», so Schläpfer.

Update 23. Juni – Im Nachgang der Berichterstattung der «BZ Basel» nahm die Compass Group gegenüber Blick Stellung:

«Im Verlauf der Zusammenarbeit mit dem Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt standen wir bei Fragen der Menüakzeptanz im regelmässigen Austausch mit den zuständigen Stellen», teilt Compass-Geschäftsleitungsmitglied Marcel D. Schläpfer mit. Der Schweizer Ableger des britischen Konzerns habe dabei entsprechende Rückmeldungen jederzeit ernst genommen und lösungsorientiert bearbeitet. «Ziel war dabei stets, eine gute und von Kindern sowie Erwachsenen an den Tagesstrukturen akzeptierte Verpflegung sicherzustellen.»

Dies sei zudem stets in der durch die öffentliche Ausschreibung vorgegebenen Rahmenbedingungen erfolgt. «Das Zusammenspiel dieser Vorgaben mit der tatsächlichen Gästestruktur – Schüler im Alter zwischen vier und zwölf Jahren sowie Erwachsene – erforderte in der praktischen Umsetzung besondere Aufmerksamkeit», sagt Schläpfer.

Das Unternehmen habe dabei zusätzliche Leistungen auf eigene Kosten erbracht, um den Betrieb an den Standorten bestmöglich zu unterstützen und den Wünschen der Gäste noch besser Rechnung zu tragen. Und: Die Mahlzeiten seien «jederzeit unter Einhaltung der lebensmittelrechtlichen sowie der vereinbarten ernährungsphysiologischen Vorgaben» frisch zubereitet und ausgeliefert worden. «Vor diesem Hintergrund ist die pauschale Darstellung einer ‹schlechten Schulverpflegung› aus unserer Sicht nicht sachgerecht.»

Trotzdem respektiere die Compass Group die Vertragskündigung durch den Kanton und unterstütze eine «geordnete Übergabe». «Gleichzeitig ist es dem Unternehmen wichtig, dass die Situation sachlich, ausgewogen und vollständig eingeordnet wird», so Schläpfer.

Die Compass Group war jedoch nicht alleiniger Gewinner. Aus 17 Offerten wählte der Kanton drei Unternehmen aus, so die «bz» weiter: Die Schweizer SV Group sorgt seither für die kalte Verpflegung, die warmen Mahlzeiten wurden zwischen den Briten und dem Basler Betrieb Ryago aufgeteilt. Insgesamt kostet das Basel-Stadt jährlich 4,7 Millionen Franken.

Basler Betrieb erhält den Auftrag

Die Geschichte schlägt in Basel hohe Wellen. Die «Basler Zeitung» spricht gar von einem «Mittagstisch-Debakel». Nach dem Rausschmiss des Grössten darf sich nun der Zweitplatzierte Ryago freuen: Er springt aufgrund der «Dringlichkeit» des Anliegens ohne erneute Ausschreibung in die Bresche, wie die Basler Verwaltung mitteilt. Der zusätzliche Auftrag umfasst täglich rund 900 Mahlzeiten – und wird mit 1,6 Millionen Franken abgegolten. Vorerst sei er auf ein Jahr befristet, so der Kanton.

Nach den Sommerferien dürfen die betroffenen Basler Primarschülerinnen und Primarschüler also wieder aufatmen: Statt Brot oder Mitgebrachtes zu verspeisen, können sie sich ab dann wohl wieder ohne Ekelgefühle an den öffentlichen Mittagstisch setzen.

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