US-Studie über Normalgewicht
Jeder vierte erfüllt Kriterien für klinische Adipositas

Seit Jahren gilt der BMI als der Messwert für Übergewicht. Wie US-Forscher kürzlich herausgefunden haben, können aber auch Menschen mit einem normalen BMI unter klinischer Adipositas leiden. Diese Diagnosen gehen jedoch im Gesundheitssystem völlig unter.
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Eine neue US-Studie zeigt: Auch wer laut BMI normalgewichtig ist. Kann die Kriterien für klinische Adipositas erfüllen.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Studie: BMI irreführend, ersetzt durch Taillen- und Fettmessungen
  • 25 % mit normalem BMI erfüllen Kriterien für klinische Adipositas
  • 5600 Erwachsene getestet, durchschnittlich 49 Jahre alt
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Wiebke Köhne

Viele Menschen gelten laut ihrem Body-Mass-Index (BMI) als gesund und normalgewichtig, obwohl sie bereits ein erhöhtes Gesundheitsrisiko haben könnten. Dies zeigt eine neue Studie der südkalifornischen Universität (USC). Die Forscher fanden heraus, dass der BMI klinische Adipositas nicht in allen Fällen korrekt abbildet.

Damit betroffene Patienten zukünftig nicht mehr vom Gesundheitssystem übersehen werden, rufen Experten dazu auf, auch andere Parameter zu berücksichtigen. Bis jetzt teilte der BMI die Menschen in vier Gewichtskategorien ein:

  • Untergewicht (unter 18,5)
  • Normalgewicht (18,5-24,9)
  • Übergewicht (25-29,9)
  • Fettleibigkeit (30 und mehr)

Berechnet wird der entsprechende Wert, indem das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergrösse (in Metern) geteilt wird.

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Das Gegenkonzept zum BMI

In der Praxis stehen Ärzte der Skala jedoch vermehrt skeptisch gegenüber. Ein Teil der Fachwelt findet: Der BMI ist unzureichend und kann schnell zu falschen Schlussfolgerungen führen. Stattdessen wenden sie eine andere Methode zur Bestimmung von sogenanntem klinischem Adipositas an. 

Für die Kategorisierung werden drei Messwerte genommen:

  • Der Taillenumfang
  • Das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang
  • Das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergrösse

Zudem müssen auch Gesundheitsprobleme berücksichtigt werden, welche einen Einfluss auf Übergewicht haben. Anders als beim BMI-Wert, der auf dem Gesamtgewicht beruht, spielt hierbei der Bauchfett-Anteil eine übergeordnete Rolle. 

Die Ergebnisse der Studie sind besorgniserregend

Die Forschenden der USC verglichen in einer Stichprobe von 5600 Personen die Ergebnisse der beiden Messverfahren. Die Teilnehmenden waren allesamt erwachsene US-Amerikaner mit einem Durchschnittsalter von 49 Jahren.

Auffällig: Jeder vierte mit einem BMI im Normalbereich erfüllte gleichzeitig die Kriterien für klinische Adipositas. Zudem waren 50 Prozent der laut BMI Übergewichtigen nach der zweiten Messmethode bereits fettleibig. 

Der Hauptautor der Studie, Brian P. Lee, zeigt sich über das Ergebnis besorgt. Denn oftmals haben nur diejenigen Zugang zu professioneller Hilfe, bei denen auch tatsächlich Übergewicht diagnostiziert wurde. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass Millionen von Amerikanern möglicherweise bereits unter den Folgen von Übergewicht leiden und nicht die notwendige Hilfe erhalten.»

Diagnose führt zu besseren Erfolgschancen

Laut Lee werden sie im Gesundheitssystem übersehen. Bei einem normalen BMI würden die Ärzte zudem oftmals keine Empfehlung für eine Anpassung im Lebensstil aussprechen. Das könne in der Zukunft zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.

Auch Lee kritisiert den BMI: «Eine muskulöse Person kann einen hohen BMI haben, aber wenig Fett, während jemand mit geringerer Muskelmasse einen normalen BMI haben kann und dennoch über überschüssiges Fettgewebe und die damit verbundenen Risiken verfügt». Insbesondere das Bauchfett sei gefährlich, da es zu Entzündungen im Körper führen könne. 

Der Wissenschaftler betont, dass eine frühe Erkennung von Übergewicht die Behandlung enorm erleichtere. «Je früher wir gefährdete Personen identifizieren, desto grösser ist die Chance, ihre Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern.»

Dieser Artikel erschien zuerst auf medonet.pl. Das polnische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.  

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