Darum gehts
- Patrick Fischer wirft SRF Vertragsbruch bei seinem Covid-Geständnis vor
- Eine Mail deutet auf eine «off-the-record»-Vereinbarung hin
- SRF widerspricht: Mail-Verkehr fand erst nach dem Geständnis statt
In einem Interview schildert der Ex-Nati-Trainer erstmals seine Sicht auf das Mittagessen mit SRF-Moderator Pascal Schmitz, an dem er sein gefälschtes Covid-Zertifikat offenlegte. Er teilt ein neues Detail zum Geständnis, das zu seiner Entlassung führte. Für alle Anwesenden sei klar gewesen: Das Gespräch am Mittagstisch war «off the record», also ein Austausch nicht zur Veröffentlichung gedacht.
Bestärkt wird Fischers Aussage in einer Mail von SRF-Reporter Schmitz an den Medienchef des Eishockeyverbands. Dort ist ebenfalls die Rede von einer «Off-the-record»-Vereinbarung. Die vollständige E-Mail liegt allerdings nicht vor. Das SRF weist den implizierten Vertragsbruch prompt zurück. Laut dem Sender gab es vorab keine solche Vereinbarung. Der besagte Mailverkehr habe erst nach dem Geständnis stattgefunden.
«Journalisten nutzen jede Chance, um andere in die Pfanne zu hauen»
Fischers Aussage entfacht eine hitzige Diskussion in unserer Community. Leserinnen und Leser wie Elisabeth da Silva stehen hinter dem Ex-Trainer: «Richtig so, Fischer soll sie alle zur Rechenschaft ziehen!» Auch für Daniel Fournier ist nun klar: «Mit dieser Aussage ist eigentlich alles gesagt. SRF macht hier eine ganz miese Falle.»
Willi Frischknecht macht sich folgende Überlegungen: «Persönlich glaube ich die Version von Fischer doch eher. Er hat keinen Grund, was zu beschönigen. Den Job hat er ja schon verloren. Das SRF hat jedoch genug Gründe, um den eigenen Ruf zu beschützen.» Aschi Salzmann fügt an: «Das Ganze ist typisch Journalisten. Vereinbarung oder nicht, sie nutzen jede Chance, um andere in die Pfanne zu hauen.»
Joachim Oberberger rügt ebenso: «Der journalistische Kodex ist also wie ein Schloss aus Schokolade. Sieht solide aus, schmilzt aber, sobald es warm wird.» Patricia Böni kritisiert ebenso: «Man hätte Fischer auch entgegenkommen können. In den Medien scheint es keinen Ehrenkodex mehr zu geben!»
«Für Straftaten gibt es kein ‹off the record›»
Die Opposition stellt sich hingegen auf die Seite des SRF. Michael Möri fordert Eigenverantwortung ein: «Fischer könnte jetzt mal zu seinem Fehler stehen und es gut sein lassen, anstatt andere durch den Dreck zu ziehen. Er hat Schmitz ebenso in eine blöde Situation gebracht.»
Eric Winkler stimmt zu und fügt an: «Nicht Schmitz und nicht das SRF haben das Zertifikat gefälscht. Aber wie immer bei Fischer, schuld sind immer andere!» Richard Gasser bläst ins selbe Horn: «Alle anderen sind schuld und er ist das Opfer. Patrick Fischers Rechtfertigung zeigt vor allem eines. Er ist ein Trainer ohne Verantwortung.»
Antonio Zangato verteidigt ebenso: «Was wäre passiert, wenn SRF die Sache für sich behalten hätte und erst nach der Weltmeisterschaft damit rausgerückt wäre? Richtig gehandelt, alles andere wäre verantwortungslos gewesen.» Küde Zhou hebt hervor: «Journalisten sind dafür da, Missstände schonungslos aufzuklären.» Auch für Maja Grüter ist klar: «Für Straftaten gibt es kein ‹off the record›. Es gibt bei Ärzten eine Schweigepflicht, aber sicher nicht bei Journalisten.»
