Im südostasiatischen Ferienparadies Thailand gerät die Corona-Lage immer mehr ausser Kontrolle. Seit Wochen steigen die Fallzahlen ungebrochen an. Inzwischen liegt die Zahl täglich registrierter Neuinfektionen bei mehr als 17'000.
Die Regierung unter Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha (67) greift knallhart durch und versucht mit strengen Massnahmen, die Verbreitung des Virus zu stoppen. Erst kürzlich wurden alle Inlandsflüge eingestellt. Auch die meisten anderen öffentlichen Transportmittel sind inzwischen unterbrochen.
Viele sitzen fest
Für viele Touristen, die sich im Moment in Thailand in den Ferien befinden, werden die Traumstrände des Ferienparadieses immer mehr zur Corona-Falle. Auf Phuket, das seit dem 1. Juli wieder Touristen unter strengen Auflagen reinlässt, sitzen nun viele fest.
Unter ihnen ist Thailand-Tourist Christian V., der dem Nachrichtenportal Der Farang über die momentane Lage auf Phuket erzählt. Der Thailand-Reisende ist momentan in der sogenannten Sandbox.
Das Einreise-Modell erlaubt Geimpften einen Aufenthalt auf der Ferieninsel Phuket für zwei Wochen, ohne sich in häusliche Quarantäne begeben zu müssen. Stattdessen darf man sich auf der Insel frei bewegen und darf nach zwei Wochen in den Rest des Landes reisen. Eigentlich.
«Alle Flüge wurden storniert»
Christian V. sagt: «Am Sonntag wäre meine Inselquarantäne beendet, und gemäss Versprechen sollte man dann überall hinreisen können.»
Doch das scheint nun nicht möglich zu sein. «Mein Ziel wäre Udon Thani gewesen. Doch in Phuket kümmert sich niemand darum, dass die Leute ausreisen können. Alle Flüge wurden kurzfristig storniert und keiner weiss Bescheid», ärgert er sich.
«Das ist absoluter Betrug»
V. ist desillusioniert. «Für uns, die hier festsitzen, ist das absoluter Betrug. Es wurden Versprechen gemacht, und wir haben viel gemacht, um hierher kommen zu können.» Jetzt lasse man die Reisenden im Stich.
Stattdessen sieht sich Christian V. nun gezwungen, weiterhin ein Hotel auf Phuket zu mieten. Eine kostspielige Angelegenheit. Dazu kommt: «Sollten wir irgendwann dann mal einen Flug erhalten, müssen wir einen vierten Corona-Test absolvieren.»
Auch Schweizer Ehepaar Betroffen
Betroffen von der Verschärfung der Corona-Lage in Thailand ist auch das Ehepaar Schär aus Diessbach bei Büren BE.
Heinz (55) und Warisa (42) Schär wollen eigentlich in den Norden die Familie besuchen gehen. Doch ihr Flug wurde kurzerhand gestrichen. Sie wollen nun ein Auto mieten und die 1300 Kilometer fahrend zurücklegen. (ste)