Super Bowl gleich Krypto-Bowl
Warum Digitalgeld-Firmen den Mega-Event ins Visier nehmen

Kryptofirmen wie die Handelsplattform Coinbase geben Millionen für Werbung am Super Bowl aus. Überhaupt dominieren Digitalunternehmen das Milliardengeschäft rund um den Sportevent immer mehr.
Publiziert: 14.02.2022 um 13:46 Uhr
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Aktualisiert: 14.02.2022 um 13:50 Uhr
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Coinbase Super Bowl Werbung begrenzte sich auf einen farbigen QR-Code und einen schwarzen Hintergrund. Kostenpunkt: 16 Millionen Dollar für eine Minute Werbung.
Foto: Screenshot

Der Super Bowl ist ein Milliarden-Geschäft. Alleine 485 Millionen Dollar geben Grosskonzerne für TV-Werbung aus. Weitere 4,3 Milliarden Dollar werden laut der American Gaming Association für Wetten rund um den grössten Sportevent der Welt umgesetzt.

Bei solchen Beträgen verwundert es nicht, dass Krypto- und Techunternehmen immer präsenter werden. Aus Super Bowl wird Krypto Bowl, schrieb etwa die «New York Times». Besucher der Super Bowl erhielten sogar ein Digitalkunstwerk, ein offizielles Non-Fungible-Token (NFT), als Souvenir. Die Krypto-Firmen buhlen um die Aufmerksamkeit der etwa 100 Millionen TV-Zuschauer weltweit.

16 Millionen von Krypto-Plattform

Um dieses Publikum zu erreichen, greifen die Krytpo-Firmen ganz tief in die Taschen. Bis zu sieben Millionen Dollar müssen Unternehmen für einen 30-Sekündigen Werbespot bezahlen. Coinbase, die US-Handelsplattform für Kryptowährungen, hat für ihren TV-Spot rund 16 Millionen Dollar ausgegeben. Dabei haben sie jedoch etwas wichtiges vergessen.

Denn: In ihrem 60 Sekunden langen Spot sahen die Zuschauer einen QR-Code, der direkt zu einem zeitlich begrenzten Angebot auf der Handelsplattform von Coinbase führte. Allen Neukunden wurden dort 15 Dollar in Bitcoin und eine Verlosung versprochen.

Die Krypto-Börse will damit Millionen von Sportfans dazu bringen, in Kryptowährungen zu investieren. Jedoch nicht alles verlief nach Plan.

Sportfans als Krypto-Händler

Coinbase hat zwar Millionen in den Werbe-Spot investiert, doch kein Geld ausgegeben, um die Seite überlastungssicher zu machen. Wegen massiver Zugriffe war die Plattform vorübergehend abgestürzt. Besucher erhielten lediglich die Meldung: «Also, das war beliebter, als wir dachten». Mittlerweile funktioniert der Link wieder. Auch die Aktion ist noch gültig bis 15. Februar.

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Nicht nur Coinbase, auch andere Kryptobörsen wie FTX und Crypto.com haben die Werbekraft des Super Bowls für sich entdeckt. Die Digitalfirmen wollen die Millionen Sportfans als Neukunden für sich gewinnen. Gelingt ihnen dieser Coup, ist der Handel mit Kryptowährungen noch mehr in der breiten Masse angekommen.

Die spekulative Investitionsmöglichkeit wird damit salonfähig. Dies dürfte Zeichen sein, dass Krypto-Handel noch beliebter wird. Jedoch warnen noch immer viele Experten vor der Achterbahnfahrt mit den Digitalwährungen.

Aber auch der Markt mit den Wetten wird für die Digital-Plattformen immer interessanter. Vom 4,3 Milliarden Dollar schweren Kuchen zu Wetten, die am Super Bowl umgesetzt wird, wollen die Kryptofirmen auch ihr Stück haben. (mrl)


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